Etwas stimmt nicht im Geläut der Münsterglocken. Der sonst so melodische Big-Ben-Schlag (ding, dang, dong), der die Viertelstunde anzeigt, klingt seit einigen Wochen irgendwie anders. "Gequält und abgehackt" sagen die einen, "nicht melodisch" die anderen. Manch einer achtet gar erst jetzt, wo der Klang anders ist, auf das Geläut und stellt fest: "Es nervt langsam richtig." Die Reaktionen der Passanten kann man in der Münsterpfarrei nachvollziehen. "Ja", sagt Hermann Bachert, ehemaliger Mesner der Pfarrei und derzeit als Urlaubsvertretung für Dekan Fischer und Mesner Andreas Turner im Einsatz, "wir haben bemerkt, dass da ein Ton fehlt." Woran es liegt, kann er derzeit noch nicht sagen. "Vielleicht fehlt eine Sicherung." Gesteuert wird das Geläut von der Sakristei aus. "Wir müssen jetzt warten, bis der hauptamtliche Mesner wieder da ist, und das repariert", sagt Bachert. Fest steht: Für den Glockenton zum Viertelstundenschlag sind normalerweise insgesamt vier unterschiedliche Glocken zuständig.

So ist der Glockenturm aufgebaut

Das Erzbistum Freiburg beschreibt die Glockenkonstruktion in den Villinger Münstertürmen wie folgt: Im Südturm hängen sieben Glocken in einem Holzglockenstuhl. Darunter, auf einer zweigeschossigen Zwischenetage, hängen die 46 Glocken des Glockenspiels in einer zylindrischen Stahlkonstruktion, sowie die in das Glockenspiel integrierte Glocke der Glockengießerei Grüninger von 1909. In den Uhrenschlag sind folgende Glocken integriert: Die Glocken acht, sieben, sechs und vier für den Viertelstundenschlag und die Glocken fünf und zwei für den wiederholenden Stundenschlag.

Im Nordturm sind die Glocken eins und zwei in einem Stahlglockenstuhl aufgehängt. Die Glocke eins stammt von der Glockengießerei Friedrich Wilhelm Schilling und die darüber hängende Glocke zwei von der Karlsruher Glockengießerei. Die Glocke zwei ist für den wiederholenden Stundenschlag in den Uhrenschlag integriert. Anders als der Südturm verfügt der Nordturm nämlich über keine Uhrenzifferblätter.