Villingen-Schwenningen – Die Pro Familia Beratungsstelle richtet auch unter neuer Leitung den Fokus der Arbeit auf das Wohl des Kindes. 27 Jahre hat Beate Berg-Haller die Beratungsstelle geleitet, seit Januar hat Gitta Benker das Sagen und unter ihrer Leitung wird weiterhin alles getan, um Kinder und Jugendliche vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Die notwendige Stärkung der jungen Menschen und die notwendige Prävention stehen im Mittelpunkt vieler Beratungsgespräche.

  • Große Nachfrage: Über zahlreiche Beratungen zu diesem Thema berichten Silke Nowak und Sebastian Schoch. Viel Aufklärungsarbeit erfolge in Kitas und Schulen, erklärt Sozialpädagogin Silke Nowak, von dort werde man oft angefordert. Für dieses Jahr gebe es kaum noch freie Termine, so groß ist die Nachfrage. Es gehe viel um Prävention: "Erst mal muss man einen Missbrauch erkennen und dann geht es darum, empfohlene Handlungsabläufe anzuwenden." Man müsse den Kindern Handlungssicherheit geben, beschreibt Sozialpädagoge Sebastian Schoch die Hauptaufgabe. Die Zahlen des vergangenen Jahres belegen, wie wichtig das Thema Aufklärung ist: Von 84 Veranstaltungen widmeten sich 57 dem Thema Sexualpädagogik und bei den insgesamt 1956 Beratungen stand bei 623 Terminen das Thema Partnerschaft und Sexualität im Mittelpunkt des Gespräches.
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  • Neues Angebot: Im Januar ist jetzt mit der gelernten Hebamme und studierten Sozialarbeiterin Christina Knöbel eine neue Mitarbeiterin zu Pro Familia gekommen. Dank ihres medizinischen Sachverstandes könne man jetzt ein neues Beratungsangebot anbieten, so Gitta Benker. Christina Knöbel wird ab sofort in einer Gruppe mit geflüchteten Frauen zu Themen wie Schwangerschaft, Entbindung, Stillen und Kindererziehung arbeiten. Als eine "spannende Premiere" sieht Benker das neue Angebot. Sie wolle eine Brücke schlagen zwischen den Herkunftsländern und der möglicherweise neuen Heimat der Frauen und Mütter, sagt Christina Knöbel. Dabei sei es wichtig, diesen oft verunsicherten Menschen die Ängste vor ganz normalen Dingen wie beispielsweise einem Klinikbesuch zu nehmen.
  • Vielfältige Angebote: Vielfältig sind auch die weiteren Angebote der Pro Familia, die als eingetragener Verein teilweise durch den Staat gefördert wird, zu einem Anteil von etwa 20 Prozent aber selbstfinanziert und deshalb auf Spenden angewiesen ist. Der Landkreis und die Stadt Villingen-Schwenningen steuern ebenfalls einen Beitrag zu. Finanziell komme man über die Runden, erklärt die neue Leiterin Gitta Benker, aber notwendige Neuanschaffungen beispielsweise in Kommunikationstechniken könne man sich aktuell nicht leisten. Kurse gibt es beispielsweise für Eltern, deren Kinder gerade in der Pubertät stecken oder auch Paare, die sich getrennt haben und aber trotzdem wollen, dass es ihrem Kind gut geht. Auch Männer, die zum ersten Mal Vater werden, finden bei Pro Familie eine Anlaufstelle und ein Kursangebot.
  • Die neue Leitung: Die ausgeschiedene Beate Berg-Haller blickt auf insgesamt 35 Jahre im Dienst von Pro Familia zurück. Davon war sie 27 Jahre als Leiterin verantwortlich. Früh schon hat Berg-Haller, die sich auch als Gemeinderätin in Königsfeld und als Kreisrätin engagiert hat, besonderen Wert auf die positive Stärkung von Kindern und Jugendlichen gelegt und Prävention gegen Missbrauch als eines der wichtigsten Themen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Ihre Nachfolgerin Gitta Benker legt als Diplom–Soziologin, Mediatorin und Paar- und Sexualtherapeutin ebenfalls großen Wert auf diesen Bereich der Beratung. Als wichtig erachtet sie auch die Arbeit mit jungen "Erstauffälligen".