Überraschende Entwicklung bei den Stadtwerken Villingen-Schwenningen (SVS): Das Unternehmen plant eine größere Umstrukturierung. Das bestätigte die Sprecherin des Unternehmens, Susanna Schmidt, gegenüber dieser Zeitung. Wie die Neuordnung des Energie- und Wasserversorgers im Detail aussieht, erläuterten die SVS nicht. Ganz geräuschlos, wie ursprünglich geplant, scheint das Vorgehen nach SÜDKURIER-Informationen nicht über die Bühne zu gehen. So hat der Betriebsrat das Einsetzen einer Einigungsstelle beantragt.

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Ziel der Neuordnung sei es, so die Sprecherin, die SVS auf die sich gewandelten Marktbedingungen auszurichten, insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Klimaziele und auf neue Geschäftsfelder. Geschäftsführer Ulrich Köngeter habe seit Beginn des Prozesses dem Betriebsrat und der Belegschaft zugesichert, dass es durch die Umstrukturierung zu keinem Personalabbau komme. Aktuell haben die Stadtwerke rund 220 Mitarbeiter. Weiter habe Köngeter dem Personal eine Besitzstandswahrung zugesagt. Es soll also nicht zu einer Senkung der Personalkosten kommen.

„Kein Zusammenhang mit Trinkwasserverunreinigung“

Damit die Stadtwerke alleine überlebensfähig bleiben, werde die Umstrukturierung geplant. Die vorgesehenen Maßnahmen dienen der Sicherung der Arbeitsplätze, heißt es auf Anfrage vonseiten der SVS weiter. Publik wurden die Pläne durch einen Mitarbeiter des Unternehmens, der sie anonym der Presse zuspielte. Er fürchte um seinen Arbeitsplatz, begründete er sein Vorgehen. Daher könne er auch nicht seinen Namen preisgeben. Allerdings stellt der SVS-Beschäftigte einen Zusammenhang zwischen den bereits umgesetzten und vorgesehenen Umstrukturierungen und der nun aufgetretenen Trinkwasserverunreinigung her. Routinierte Abläufe seien geändert worden, Mitarbeiter seien verunsichert. Solch eine Atmosphäre verhindere effektives Arbeiten und begünstige die Verbreitung der Keime. Diese Vermutung weisen die Stadtwerke vehement zurück: „Ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten der coliformen Bakterien und der Wasserhygiene ist völlig abwegig und absurd. In den vergangenen Jahren wurde keine einzige Arbeitsstelle in der Wasserabteilung abgebaut, und wir planen auch in Zukunft keinen Abbau der Stellen im Wasserbereich oder darüber hinaus“, betont die Unternehmenssprecherin ausdrücklich.

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Dennoch scheint es nach Informationen dieser Zeitung erhebliche Bedenken gegenüber der Neuordnung zu geben. Der Betriebsrat geht inzwischen davon aus, dass die Umstrukturierung zu einer Betriebsänderung führt, die einen Interessensausgleich und einen Sozialplan notwendig macht. Die Arbeitnehmervertretung fühlt sich nicht über alle Planungsschritte informiert und hat sehr zur Überraschung von SVS-Geschäftsführer Ulrich Köngeter die Einsetzung einer Einigungsstelle beantragt. Ziel solch eines Verfahrens ist es, bei einer Blockade eine Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat zu finden. Die Einigungsstelle tagt unter einem unparteiischen Vorsitzenden.