Villingen-Schwenningen – Es war Autofahrers Albtraum: Am Samstag, 20. Juli, brach auf dem Parkplatz beim „Le Prom„ in Schwenningen zum großen Schrecken des Fahrzeuglenkers ein Wagen mit dem linken Vorderrad durch den Asphalt in ein tiefes Loch. Der Hohlraum unter der brüchigen Asphaltdecke war rund 1,50 Meter tief. Der Parkplatz gehört der Stadt. Diese steht nun vor einem kostspieligen Problem, wie die Verwaltung auf SÜDKURIER bestätigte: Die Stadt muss nun den Hohlraum verfüllen und möglicherweise Altlasten entsorgen.

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Doch zuerst wurden weitere Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. Auf dem Parkplatz, der sich an der Schwenninger Austraße neben dem Kino- und Freitzeitzentrum „Le Prom„ befindet, wurden weitere Parkflächen von der Stadt aus dem Verkehr gezogen und abgesperrt.

Gut zu erkennen ist in dieser Absperrung das Loch, durch das ein Auto eingebrochen ist. Darunter befindet sich ein 1,50 Meter tiefer Hohlraum. Bild: Jochen Hahne
Gut zu erkennen ist in dieser Absperrung das Loch, durch das ein Auto eingebrochen ist. Darunter befindet sich ein 1,50 Meter tiefer Hohlraum. Bild: Jochen Hahne | Bild: Hahne, Jochen

Wie vom SÜDKURIER am 23. Juli berichtet, geht die Stadtverwaltung davon aus, dass es sich bei dem Hohlraum um einen Kellerraum einer ehemaligen Schreinerei und Autowerkstatt handelt, die sich einst hier befunden haben. Warum dieser Keller augenscheinlich nicht vorschriftsmäßig verfüllt wurde, wurde nun von der Stadtverwaltung geprüft. Zum bisherigen Ergebnis teilte die Pressesprecherin der Stadt, Oxana Brunner, folgendes mit: Anfang der 1970er-Jahre seien die oberirdischen Gebäude auf dem Parkplatzareal abgebrochen worden. „Nach vorhandenen Unterlagen sind die Kellerräume nicht abgebrochen, sondern lediglich mit Baumaterial verfüllt worden“, berichtet sie. Das Grünflächen- und Tiefbauamt der Stadt gehe davon aus, „dass sich der Hohlraum und das Nachgeben der Gewölbedecke aufgrund des Baualters in Kombination mit der Verkehrsbelastung, mangelhafter Verfüllung sowie der anhaltenden Trockenperiode ergeben haben“.

Da geht es in die Tiefe: Im Untergrund befand sich wohl ein ehemaliger Keller, der nicht ordnungsgemäß verfüllt wurde.
Da geht es in die Tiefe: Im Untergrund befand sich wohl ein ehemaliger Keller, der nicht ordnungsgemäß verfüllt wurde. | Bild: Hahne, Jochen

Unklar ist weiterhin, wer Schuld an dem ganzen Schlamassel ist und ob dafür noch jemand in Haftung genommen werden. „Die Haftungsfrage wird noch geprüft“, berichtete die Pressesprecherin der Stadt.

Im aufgebrochenen Hohlraum, so haben die zuständigen Dienststellen der Stadt weiter herausgefunden, findet sich Abbruchmaterialien der damaligen Gebäude wieder. „Dem Garten- und Tiefbauamt liegen aber keine Unterlagen zur Methodik der damals angewandten Verfüllung vor“, berichtet Brunner weiter. Deshalb wurden vorsorglich „weitere Verdachtsflächen an Kellerecken oder Stellen mit einer tiefen Verdrückung abgesperrt und mit einem Parkverbot versehen“.

Dessen nicht genug: Aktuelle Bodenproben bestätigen einen Altlastenverdacht, so dass gebenenfalls das weitere Vorgehen mit einem Altlastensachverständigen abzuklären ist. An Verdachtsstellen von Hohlräumen sind im Zuge der Verkehrssicherung folgende Arbeiten durchzuführen:

  • Asphalt ausbauen, beproben und entsorgen
  • mit Bagger nach Hohlräumen schürfen
  • Bei Hohlräumen mit Altlastenverdacht zwingend einen Altlastensachverständigen hinzuzuziehen um das weitere Vorgehen abzuklären. Hohlräume mit geeignetem Material verfüllen und verdichten
  • einen Asphaltoberbau einbringen
  • Weitere Unebenheiten und Schlaglöcher im Parkplatzbereich regulieren
  • Sollten weitere Hohlräume vorgefunden werden, kann die Notwendigkeit auftreten die Absperrungen der neuen Situation anzupassen. Die Technischen Dienste der Stadt wurden bereits beauftragt, die Arbeiten möglichst in der Ferienzeit, bis Ende August, durchzuführen.