VS-Tannheim (jdk) Gründlich durchgeschüttelt wurden die kleinen und großen Narren am Schmotzigen angesichts des Sturmes, der wie ein Fö(h)n durch die Straßen fegte. Begonnen hatte das närrische Treiben bei herrlichstem Sonnenschein am Morgen in Tannheims Kindergarten. Eine Abordnung der Osemalis hatten sich zu den Kleinsten im Ort begeben, sangen alle Strophen ihres Narrenliedes und erklärten die Bedeutung der vier Zapfen an der Schemme ebenso wie die der zwölf Schellen am Kragen. Nach einem dreifach kräftigen Oooosee – Mali verteilte Narrenmutter und Ortsvorsteherin Anja Keller unzählige Malzer an die Kinder, die dann auf dem Eingangspodest das Defilee der Musikkapelle Tannheim nebst Osemalizunft bestaunen durften.

Im Schulhaus herrschte schon große Aufregung. Von den Lehrerinnen und dem kommissarischen Schulleiter war nichts zu sehen. Zuvor herrschte in den Klassenzimmern fröhliches Treiben, Singen und Tanzen – eben der etwas andere Unterricht. Nun aber gespanntes Warten auf die Osemalis. Sie sollen der Sage nach vom Osenberg herab gekommen sein und allerlei närrischen Schabernack in Tannheim getrieben haben. Und dieser hieß gestern: Schülerbefreiung. Und dann kamen sie, zuerst die Musikkapelle mit dem obligatorischen Narrenmarsch und dann die Osemalis im Sausewind. Auf dem Speicher, im Keller, überall wurden die Pädagogen gesucht, die sich wohlweislich versteckt hatten. Lautes Gelächter begleitete die Festnahmen, wobei sich Schulleiter Elmar Dressel als würdiger Schlossherr dem Diktat der Waldgeister beugte und die Schule als befreit erklärte. Eingesperrt im Osemali-Zwinger-Wagen wurde das Kollegium zusammen mit den Schülern zum Rathaus gebracht, wo gleich die nächste Schlüsselübergabe anstand.

Tobias Baumgärtner hatte schon die Narrenfahne gehisst und schwenkte im strahlenden Sonnenschein den Rathausschlüssel, während die Ortsvorsteherin Anja Keller schunkelnd die Amtsgeschäfte niederlegte. Mühe mit dem Sturm hatten die Täfeleträger beim Kinderumzug am Nachmittag. Unter dem Motto kunterbunte Märchenwelt zog ein schier endloser Zug von Kindern und Eltern durch den Ort – den zahlreichen Zuschauern am Straßenrand Malzer zuwerfend. Die Schulklassen glänzten mit einem bunten Hühnerhaufen, zünftigen Indianerkostümen und einem entsprechenden Gejohle.

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