Jetzt ist es raus: Gudrun Furtwängler wird nicht mehr zur Ortsvorsteher-Wahl in Rietheim antreten. „Das Wahlergebnis ist leider so ausgefallen. Ich muss das zur Kenntnis nehmen“, begründet die 59-jährige Bürokauffrau ihre Entscheidung. Bei der Kommunalwahl Ende Mai verlor Furtwänglers Partei, die CDU, zwei Sitze im Ortschaftsrat und fiel auf vier zurück. Dafür legten die Freien Wähler um zwei auf nunmehr sechs Sitze zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Gudrun Furtwängler wurde zwar mit 602 Stimmen erneut in den Rietheimer Ortschaftsrat gewählt, landete damit aber klar hinter Bernd Bucher von den Freien Wählern. Bucher war mit dem erklärten Ziel in den Wahlkampf gestartet, Furtwängler als Ortsvorsteherin abzulösen. Er erhielt bei der Ortschaftsratswahl 844 Stimmen.

Bernd Bucher von den Freien Wählern will neuer Ortsvorsteher in Rietheim werden.
Bernd Bucher von den Freien Wählern will neuer Ortsvorsteher in Rietheim werden. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Ihr Mandat als Ortschaftsrätin wolle sie nun niederlegen, sagt Furtwängler: „Ich bin angetreten, um nochmals Ortsvorsteherin zu werden und ich möchte auch einfach nicht mehr hier mit den Leuten an einem Tisch sitzen, die massive Unterstellungen gegen mich gemacht haben – im Wahlkampf und auch schon vorher“, erklärt Furtwängler ihren Verzicht auf das Mandat.

Damit nimmt die 59-Jährige Bezug auf die Kritik gegen sie im Zusammenhang mit der Sanierung der Rietsheimer Ortsdurchfahrt. „Das muss ich klar zurückweisen. Ich habe versucht, einzuwirken, aber die Mittel einer Ortsvorsteherin sind begrenzt“, so Furtwängler, die dem Rietheimer Ortschaftsrat seit 15 Jahren angehört und ebenso lange vorsteht.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie habe immer wieder beim Stadtbauamt angerufen, als die Umleitungsstrecke ausgewiesen wurde, und gesagt, dass der Weg eine Katastrophe sei. „Mehr kann ich beim besten Willen auch nicht machen. Eine Ortsvorsteherin hat nicht die Bauleitung inne. Ich kann es nur weiterleiten“, so Furtwängler. Die Baumaßnahmen und Verkehrsumleitungen hätten in Rietheim für viel Unruhe gesorgt. „Und diese wurde im Wahlkampf weiter angeheizt“, so Furtwängler.

Weg frei für Bernd Bucher

Dass „der politische Gegner“ die Chance genutzt habe, als vier bisherige CDU-Ortschaftsräte nicht mehr zur Wahl angetreten waren, sei total legitim, so Furtwängler: „Nur die Art und Weise, wie es gemacht wurde, kann ich nicht nachvollziehen, die Anschuldigungen, dass ich die Verantwortung übernehmen müsse.“ Doch nun sei die Wahl so ausgefallen und es sei für sie gar keine Frage, dass sie jetzt Amt und Mandat niederlege, betont Furtwängler: „Ein weiterer Grund ist, dass ich möchte, dass die neuen, jungen Ortschaftsräte unbelastet ihre Arbeit aufnehmen können.“

Indem sie auf eine erneute Kandidatur für den Ortsvorsitz verzichtet, macht Furtwängler auch den Weg frei für Bernd Bucher, der bereits kurz nach der Kommunalwahl Ende Mai dem SÜDKURIER gegenüber bestätigte, dass er für die Wahl zum Ortsvorsteher bereit stehe. Gewählt werden muss er durch den neuen Ortschaftsrat.

Das könnte Sie auch interessieren

Gudrun Furtwängler wollte sich damals nicht dazu äußern. „Die Entscheidung, dass ich nicht wieder antrete, habe ich getroffen, als ich die Resultate gesehen habe“, so Furtwängler. Jedoch habe sie dies zuerst ihren Parteikollegen und Mitarbeitern kommunizieren wollen. Ihr neues Mandat im Gemeinderat von Villingen-Schwenningen, in den sie mit 9071 Stimmen gewählt wurde, werde sie aber annehmen, betont Furtwängler.

Das könnte Sie auch interessieren