Erneut lehnt der Weilersbacher Ortschaftsrat eine Neufassung der Baumschutzsatzung für VS ab. Diesmal zeigt sich der Rat bei seiner Abstimmung zwiegespalten. Auf drei Ja-Stimmen und drei Enthaltungen fielen vier Nein-Stimmen. Das Ergebnis ist der Tatsache geschuldet, dass die Neufassung zum Fall der Weilersbacher Problemlinde keinerlei Lösungsansätze bietet.

Das Problem um die Linde auf dem Grundstück von Martin Braun verharrt im bisherigen Zustand, wobei das Wurzelwerk weiterhin die Garageneinfahrt von Eduard Stucke schädigt. Braun sieht sich mit hohen Schadenersatzansprüchen und Pflegekosten des des durch ein Fällverbot geschützten Baumes konfrontiert. Der seitens des Ortschaftsrats gewünschte Passus, wonach "...bei Ablehnung eines Fällantrags die Pflege- und Unterhaltskosten in vollem Umfang von der Stadt getragen werden müssen", fehlt in der Neufassung. Dies führte bereits im vergangenen Oktober zur Ablehnung einer überarbeiteten Version.

Corinne-Cathleen Jahn vom juristischen Dienst der Stadt bekräftigte ihre bekannte Position: "Die Satzung beschäftigt sich mit zu schützenden Landschaftsbestandteilen. Solche Ausnahmeregelungen sind kein juristischer Gegenstand von ihr. Solange sie in dieser oder der neuen Form existiert, sind wir von der Verwaltung angehalten, ihre Statuten umzusetzen und in diesem Fall eine Fällung zu verhindern." Es obliege weiterhin dem Gemeinderat, zu einem Sonderfall einen Beschluss zu fassen oder die Baumschutzsatzung grundsätzlich abzulehnen. Zahlreiche Kommunen hätten gar keine. In diesem Fall würde sich eine übergeordnete Instanz, wie beispielsweise das Landesnaturschutzgesetz, mit dem Fällantrag befassen.

Zusätzlich monierte Jahn, dass bis heute keine gerichtliche Bestätigung über die Kosten der Wurzelpflege vorliege als Folge der Instandsetzung der Garageneinfahrt. Somit bestehe auch keine Klassifizierung der Kosten als zumutbar oder nicht zumutbar. Die jetzige Baumschutzsatzung würde Summen von etwa 25 000 Euro als unzumutbar einstufen. "Diese Summe ist aber keineswegs gesichert." Die verschiedenen Gutachten würden vor Gericht geprüft. Etwa 6000 Euro als jährliche Pflegekosten für den Eigentümer eines geschützten Baumes werden als zumutbar angesehen. Auf den Hinweis von Jahn über geringe Gerichtskosten vor dem Verwaltungsgericht, wo keine Anwaltspflicht bestehe, ging der Ortschaftsrat nicht ein. Der Rat forderte hingegen eine gütliche Einigung.