Der öffentliche Personennahverkehr (ÖNPV) mit den Veränderungen bei den Busverbindungen nach Villingen und Schwenningen war Schwerpunkt in der ersten Sitzung des Obereschacher Ortschaftsrates im neuen Jahr. Der Tenor: Der Teilort fühlt sich nach dem Fahrplanwechsel vor allem am Wochenende abgehängt.

„Unbefriedigender Zustand“

Ortsvorsteher Klaus Martin schickte voraus, dass die Zuständigkeiten im ÖNPV bei den Ortschaften nicht auf Seiten der Stadt liege, sondern dass der Landkreis diese Fahrpläne organisiere. „Dieser Zustand stieß schon in früheren Jahren nicht auf große Freude. Sowohl dem früheren OB Kubon als auch mir ist es im Kreistag nicht gelungen, genügend Argumente auf den Tisch zu legen, um diesen unbefriedigenden Zustand zu ändern“ so Martin. Man sei jedoch eine gemeinsame Stadt und da gehöre der Nahverkehr auch in den Ortschaften aus einem Guss geplant. „Warum geht es in Konstanz, Offenburg, Singen oder Radolfzell, wo die Teilorte alle an die Stadt angebunden sind“, fragt sich Martin.

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Obereschach hat laut den neuen Fahrplänen jetzt auch in den Schulferien einen Bus, der im Stundentakt von und nach Villingen fährt. Dies stelle tatsächlich eine Verbesserung dar und sei nicht selbstverständlich, betonte der Ortsschef. „Ich war in guter Stimmung nach dem Fahrplanplanwechsel, die allerdings nicht lange anhielt“, so Martin. Denn beim zweiten Hinschauen gebe es für Obereschach in doppelter Hinsicht eine deutliche Verschlechterung.

Umsteigen ist schwierig

Die Hauptverschlechterung betrifft die Line 36 von Obereschach über Weilersbach, Neuer Markt in Richtung Klinikum mit Wechsel auf den Stadtverkehr. „Das war bisher prima. Eine Verbindung im Stundentakt, alles toll, sogar samstags und sonntags, und alle waren zufrieden“, sagt Martin. Jetzt gebe es die Linie ab dem Neuen Markt beziehungsweise Klinikum nicht mehr und das Umsteigen auf die entsprechende Linie im Stadtverkehr sei schwierig zu realisieren. „Das war schon was, als man von Oberschach mit dem Bus ohne Umsteigen bis nach Schwenningen an den Bahnhof kam“, erinnert sich Martin.

Beim zweiten Hineinschauen erkennt Ortvorsteher Klaus Martin in der Ortschaftsratssitzung im Fahrplan des ÖNPV gravierende Verschlechterungen für Obereschach. Bild: Roland Dürrhammer
Beim zweiten Hineinschauen erkennt Ortvorsteher Klaus Martin in der Ortschaftsratssitzung im Fahrplan des ÖNPV gravierende Verschlechterungen für Obereschach. Bild: Roland Dürrhammer

Doch Obereschach muss noch eine zweite Verschlechterung vertragen. „Am gravierendsten ist die Verbindung am Wochenende nach Schwenningen oder an das Klinikum“, so Martin. Die Verbindung sei nicht gestrichen, sondern beginnt und endet am Wochenende in Weilersbach. „Eine plausible Erklärung dafür habe ich nicht erhalten und Obereschach ist damit am Wochenende abgehängt“, wundert sich Martin.

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Bei einer solchen umfassenden Veränderung im Nahverkehr – dies betreffe auch die veränderten Fahrtrouten innerhalb der Stadt – hätten die Ortschaften informiert werden müssen. Dies fordert Martin nun ein. Der Ortsvorsteher möchte nach Zustimmung im Ortschaftsrat die Verantwortlichen von Landkreis und Stadt nach Obereschach zu einem Austausch einladen. „Wir fordern eine Nachjustierung im Fahrplan der Linie 36, damit die Umsteigemöglichkeiten optimiert werden und drängen auf die Verbindung nach Schwenningen, Klinikum und Neuer Markt auch an den Wochenenden“, so Martin.

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