Neue Besen kehren gut, aber Wunder bewirken sie auch nicht. Diese Erfahrung dürfte gerade Oberbürgermeister Jürgen Roth machen, der seit etwas über zwei Monaten an der Spitze der Stadtverwaltung steht. Selbst wenn er nun Projekte mit höchster Priorität anstößt, dann dauert es eine Weile, bis man den Erfolg sieht – im Falle des Hoptbühl-Sportplatzes bis 2020. Dennoch setzt Roth gerade ein wichtiges Signal für die Stadt, was da lautet: Die Zeit des Gießkannen-Prinzips sollte vorüber sein, bestimmte Vorhaben müssen konsequenter verfolgt und dann auch abgeschlossen werden. Das dürfte womöglich auch die ausführenden Ämter entlasten. Wenn viele Vorhaben im Haushalt stehen, die die Verwaltung zu planen beginnt, aber nicht zu Ende bringt, dann bindet dies mehr Kräfte, als wenn wenige Projekte durchgezogen werden. Das birgt natürlich die Gefahr verstärkter, politischer Auseinandersetzung. In der Vergangenheit genügte oft der Verweis, aber es stehe doch im Haushalt, um aufkeimenden Streit aus dem Weg zu gehen. Das genügt nun nicht mehr – nun müssen Gemeinderäte und Verwaltung Farbe bekennen, welches Projekt sie schnell wollen und welches nicht.