VS-Villingen (sgn) Oberbürgermeister Rupert Kubon ist ein gern gesehener Gast bei der Villinger Katzenmusik. Deshalb darf er dort auch eine schöne Narrenkappe tragen. Derart wohl behütet, hat der Rathaus-Chef über viele Jahre hinweg in der Neuen Tonhalle Münsterzentrum ausführliche Ansprachen gehalten. Gestern Abend blieb Kubons Platz bei der Hauptversammlung der Katzenmusik zwar nicht leer, dennoch herrschte Enttäuschung im Saal.

Seit Monaten wartet der Verein auf eine Durchsage der Stadtverwaltung, wie und zu welchen Bedingungen der Traditionsverein zum erhofften neuen Domizil an der Kanzleigasse kommen könnte. Ein Gebäude, schick gelegen hinter dem Standesamt, ist bereits ausgeguckt, Vorgespräche haben bereits stattgefunden. Nur der Knopf dran, der fehlt, monieren Vereinsmitglieder.

Rupert Kubon (SPD) entsandte am Mittwochabend zur Katzenmusik einen seiner Oberbürgermeister-Stellvertreter. Ausgerechnet Friedrich Bettecken (CDU) wurde die verantwortungsvolle Aufgabe zuteil, statt des Oberbürgermeisters für die Stadtverwaltung in die Bütt zu steigen. Betteckens Auftritt wurde im Saal mit Spannung erwartet.

Dass Kubon sich unter Verweis auf einen anderen Termin hatte entschuldigen lassen, war längst schon im Narrenzirkel von Villingen gekreist. Entsprechend gespannt verfolgten die wie immer stattlichen Delegationen der Narrozunft, der Glonki und Hexen sowie etliche Katzen-Mitglieder den Auftritt. Bettecken ist als aktiver Stadtmusiker in den Narrenkreisen bestens bekannt und respektiert. Er sagte: "Ich kann ihnen versichern, dass ich persönlich und alle Kollegen des Gemeinderates alles tun werden, um die Katzenmusik zu unterstützen.

" Er stehe in engem Kontakt mit dem Oberbürgermeister und auch dieser unterstütze das Anliegen der Katzenmusik. Das könne er ausdrücklich betonen. Zuvor zollte Friedrich Bettecken der Katzenmusik seinen Respekt und würdigte diese als Bereicherung. "Eine Fasnet ohne Katzenmusik wäre wie ein Gemeinderat ohne Ernst Reiser. Im Saal wurde die Stellungnahme Betteckens zum aktuellen Stand um das begehrte Katzendomizil ohne weitere Kommentare aufgenommen. Nach SÜDKURIER-Informationen sorgt sich der Verein vor allem um den Immobilienpreis. Eine ursprünglich diskutierte Summe soll sich demnach bis heute verdoppelt haben – für die Narren "ein kaum zu stemmender Brocken", wie ein altgedienter Katzenmusiker meint.

Kubons Nicht-Erscheinen sorgte auch noch später im Saal für Debatten. Immerhin wird erwartet, dass der amtierende OB sich demnächst erklärt, ob er für eine weitere Amtsperiode im Oktober dieses Jahres zur Wahl stehen wird. Weil Kandidaten oder Kandidaten in spe Veranstaltungen wie große Vereinsversammlungen ungern verpassen, löste der Rathaus-Chef in der Neuen Tonhalle zusätzliche Spekulationen aus.