Die Sommerferien sind für die Schüler seit Montag vorbei, wie jedes Jahr bestimmt der Schulalltag wieder das Leben der Kinder und Jugendlichen. Wie inzwischen jedes Jahr sind auch zu Beginn dieses Schuljahres noch einige Lehrerstellen unbesetzt. Für den Schwarzwald-Baar-Kreis fehlen nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg 34 Grundschullehrer. Wie viele es genau in Villingen-Schwenningen sind, werde laut Regierungspräsidium nicht genau erfasst. Sicher sei jedoch, der Pflichtunterricht werde durch Pensionäre und befristete Kräfte abgedeckt. Die Reserven, die etwa bei Krankheitsfällen gebraucht werden, fallen dadurch in diesem Schuljahr laut Regierungspräsidium sehr gering aus.

Auch an der Klosterringschule in Villingen war es wieder knapp. Schulleiterin Ursula Kühn hat bereits einen Notfallplan entwickelt, falls Lehrer ausfallen sollten. „Wir sind flexibel und können im Zweifel Klassen zusammenlegen“, sagt sie. Die „verlässliche Grundschule“ – also die durchgängige Betreuung von 7.30 bis 13 Uhr – könne auch in diesem Schuljahr gewährleistet werden. „Wenn bei einer Grippewelle gleich mehrere Lehrer ausfallen, wird es allerdings schwierig“, sagt Kühn.

Ähnliches berichtet Bernd Ellinger, Schulleiter der Werkrealschule am Deutenberg in VS-Schwenningen: „Zum Schulbeginn sind zwei Lehrkräfte ausgefallen. Wir konnten das durch Umstellungen weitestgehend kompensieren. Insgesamt geht es uns jedoch besser als im vergangenen Jahr.“ Dennoch würde Ellinger die Situation an der Werkrealschule nicht als gut bewerten. „Uns geht es schlecht. Wenn noch mehr Kollegen ausfallen, reißt das eine richtige Lücke“, sagt er.

„Die Lage ist immer noch angespannt“, erklärt Markus Adler, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Freiburg. Lehrer, die in den geburtenstarken 60er-Jahren geboren wurden, verlassen nach und nach den Schuldienst. Die nächste Generation könne das nur schwer ausgleichen. „Hinzu kommen die falschen Prognosen vor fünf bis sechs Jahren. Damals rechneten wir mit sinkenden Schülerzahlen.“ Doch zur Überraschung der Verantwortlichen stieg die Geburtenrate an. Durch die Zuwanderung bekam die Schülerzahl einen zusätzlichen Schub. Diese Faktoren führten dazu, dass besonders in ländlichen Regionen Lehrer vor allem im Grundschulbereich fehlen. „Wer etwa in Freiburg studiert, möchte dort nach dem Studium auch arbeiten. Viele junge Lehrer melden sich lieber arbeitslos, bevor sie beispielsweise nach Tuttlingen ziehen“, sagt Markus Adler.

Das Regierungspräsidium hat mittlerweile verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Situation in den Griff zu bekommen. „Gymnasiallehrer können sich mit einer Zusatzausbildung für den Dienst an einer Grundschule qualifizieren“, sagt der Sprecher. Denn der Bedarf an den Gymnasien sei weitestgehend gedeckt, vor allem in den großen Städten. „Als Grundschullehrer könnten sich Bewerber aufgrund der vielen offenen Stellen einen Ort aussuchen“, sagt Markus Adler. Zudem werden Stellen im ländlichen Raum mittlerweile früher ausgeschrieben.

Auch finanzielle Anreize oder eine vermehrte Anwendung der „Abordnung“ sei nicht gewollt. „Letzteres bleibt natürlich eine Option“, sagt der Pressesprecher. Mit offensiver Öffentlichkeitsarbeit möchte das Regierungspräsidium zudem für den Grundschullehrerberuf werben. „Wer eine pädagogische Ausbildung hat, kann sich auch nach dem Schulstart noch bei uns melden“, sagt Adler. Die Frist laufe noch bis zum 30. September. Markus Kreilinger, stellvertretender Leiter des Schulamtes Donaueschingen, ergänzt: „Wir werden darüber hinaus auch flexibel bleiben. Wer sich nach der Frist meldet, wird nicht von uns abgewiesen.“

An den Gymnasien selbst gibt es kaum Probleme mit der Lehrerversorgung. „Alle Stellen sind bei uns besetzt“, sagt Jochen von der Hardt, Schulleiter des Gymnasiums am Romäusring. Für die 120 neuen Schüler sei dadurch Unterricht mit qualifizierten Lehrkräften gewährleistet. „Wir sind sehr glücklich mit dem Kollegium und freuen uns auf dieses Schuljahr“, sagt der Schulleiter. Auch Simone Duelli-Meßmer, Schulleiterin Gymnasium am Hoptbühl, ist positiv gestimmt: „In unserem Schulbereich ist die Pensionierungswelle vorbei. Seit zwei bis drei Jahren hat sich die Lehrerversorgung bei uns gut entwickelt.“