Stolz präsentieren sich die Schüler in den Axel-Strecker-T-Shirts, gespendet von Axel Streckers Witwe Angelika Strecker.Bilder: Lothar Herzog
Stolz präsentieren sich die Schüler in den Axel-Strecker-T-Shirts, gespendet von Axel Streckers Witwe Angelika Strecker.Bilder: Lothar Herzog

Königsfeld – Die Grundschule in Neuhausen heißt jetzt Axel-Strecker-Grundschule. Vor über 150 Besuchern, darunter circa 50 ehemalige Schüler, erfolgte am Freitag die feierliche Namensgebung mit der Enthüllung der Schrifttafel vor dem Schulgebäude.

Ganz anders als sonst üblich bei solchen Anlässen, kamen die vielen Gäste zunächst bei Häppchen und Getränken miteinander ins Gespräch. Nachdem die Flöten-AG musikalisch in den Festakt einstimmte und in der Folgezeit die Schüler das Programm mit weiteren Gesangseinlagen umrahmten, sprach Schulleiterin Alexandra Roth von einem ganz besonderen Moment für die Schule. Wie sie erinnerte, sei vor etwa zwei Jahren der Gedanke gekeimt, der Schule einen eigenen Namen zu geben, damit sie sich von anderen abhebe.

Angelika Strecker (Zweite von links) und Sabine Schuh (Zweite von rechts) enthüllen die Schrifttafel. Fritz Link und Schulleiterin Alexandra Roth freuen sich.
Angelika Strecker (Zweite von links) und Sabine Schuh (Zweite von rechts) enthüllen die Schrifttafel. Fritz Link und Schulleiterin Alexandra Roth freuen sich.

Die Idee sei überall auf großes Interesse gestoßen und es seien viele Vorschläge eingereicht worden. Sie sei sich sicher, dass mit Axel Strecker genau der Richtige ausgewählt worden sei. Leider habe sie Strecker nicht persönlich gekannt. Sie wisse aber, dass jeder, der diesen Namen nannte, leuchtende Augen entfacht habe. Er habe ein Faible für Planeten und Sterne und für Heimatgeschichte besessen und im alten Rathaus ein Schulmuseum aufgebaut. Er sei ein begnadeter und vielseitig interessierter Pädagoge gewesen, charakterisierte Roth den im September 2006 knapp 58-jährig Verstorbenen.

Zur Vorbereitung auf dieses Fest sei mit einer Projektwoche der Geist Axel Strecker wieder neu belebt worden. Höhepunkt sei ein Ausflug in das von ihm errichtete Schulmuseum in Hüfingen gewesen, in dem die Kinder eine frühere Schulstunde genießen durften, schmunzelte die Schulleiterin. „Wer schaffen will, muss fröhlich sein“, zitierte Lehrerin Anja Hamiter den beliebten Rektor und bezeichnete ihn als Pädagoge mit Leib und Seele, der das Herz am rechten Fleck getragen habe.

Zur Namensgebung der Grundschule Neuhausen kommen über 150 Besucher, darunter rund 50 Ehemalige. g
Zur Namensgebung der Grundschule Neuhausen kommen über 150 Besucher, darunter rund 50 Ehemalige. g

Sie erinnere sich noch gut daran, als sie von einer Familie aus Neuhausen bei ihrem Einstand eine Flasche Wein erhalten habe. Weil ja Beamte keine Geschenke annehmen dürften, sei sie zu ihrem Chef gegangen und habe gefragt, was sie tun solle. „Na trinken“, habe Strecker kurz und trocken geantwortet. Grundschul-Fördervereins-Vorsitzende Melanie Storz-Asimus verriet, vor allem die ehemaligen Schüler seien vom Namens-Vorschlag für die Grundschule begeistert gewesen. Sie hätten spontan beschlossen, ihr jährliches Ehemaligen-Treffen auf diesen Tag zu legen. Ein Bild von Axel Strecker am Schulschreibtisch überreichte Storz-Asimus-Vorgängerin Andrea Leithold. Bürgermeister Fritz Link betonte, mit der Namensverleihung werde posthum einer Pädagogen-Persönlichkeit die höchste Form der Ehrerweisung zuteil, die man sich für das vorbildliche Lebenswerk von Axel Strecker vorstellen könne. Die Gemeinde als Schulträgerin habe den an sie herangetragenen Wunsch mit Begeisterung aufgenommen. Strecker habe über Jahrzehnte hinweg durch sein berufliches Wirken und vielfältiges ehrenamtliches Engagement die Entwicklung der kommunalen Grundschulen in Neuhausen, Burgberg und Erdmannsweiler ganz wesentlich geprägt.

Mit der Namensgebung werde ein Schulleiter gewürdigt, der eng mit der Schulgeschichte in Königsfeld verbunden gewesen sei, bekräftigte der Bürgermeister. Er selbst sei Anfang der 70er Jahre von Strecker in Heimatkunde unterrichtet worden. Mit ihm sei eine ganz andere Lehr- und Arbeitsatmosphäre in die Klassenzimmer eingekehrt. „Stecki“ hätten ihn damals die Schüler nennen dürfen. Er sei eben nicht eine respektvolle Autoritätsperson gewesen, sondern ein fröhlicher und vor neuen Unterrichtsideen sprühender Lernpartner, der es verstanden habe, die Schüler für den oft trockenen Lernstoff zu begeistern, schilderte Link.

Axel Strecker unterrichtete von 1971 bis 1973 an der Grundschule Erdmannsweiler, bis 1987 an der Grundschule Burgberg und ab dann an der nach zehnjähriger Schließung wieder eröffneten Grundschule Neuhausen. Letztere leitete er von 1990 bis zu seinem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Schuldienst im Jahre 2006 insgesamt 16 Jahre lang. Neben dem Schuldienst hat sich Strecker vielfach ehrenamtlich engagiert. Er organisierte Seniorennachmittage im Advent und gründete 1972 eine Tischtennisabteilung beim RV Erdmannsweiler. Des Weiteren wirkte Strecker im Organisationskomitee für die 900-Jahr-Feier von Erdmannsweiler 1994 mit und war Mitherausgeber des Heimatbuches „Beiträge zur Ortsgeschichte Erdmannsweiler“. 1994 wurde Strecker mit der Landesehrennadel und 1999 mit der Bürgermedaille von Königsfeld ausgezeichnet.

Die Grundschule Neuhausen ist eine ländlich geprägte Grundschule. Es handelt sich um eine einzügige Grundschule für Kinder aus Neuhausen und Erdmannsweiler. Neben dem Regelunterricht bietet die Grundschule Neuhausen auch eine Ferienbetreuung.

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