Der Technische Ausschuss hat sich am Dienstagabend bei zwei Enthaltungen mit großer Mehrheit für die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das ehemalige Kasernengelände Mangin ausgesprochen. Die Entscheidung trifft nächste Woche der Gemeinderat.

  • Darum geht es: Für das noch im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) befindliche Gelände liegt bislang eine Rahmenplanung vor: "Um jetzt voranzukommen ist es notwendig, den Bebauungsplan aufzustellen", erläuterte Bürgermeister Bührer. Die Stadtverwaltung möchte eine frühzeitige Offenlage einleiten: "Dann wissen wir, was zu berücksichtigen ist und was nicht." Öffentlichkeit und Behörden können jetzt ihre Anregungen und Bedenken geltend machen, die dann in die weiteren Planungen einfließen, so Rainer Temme vom Stadtentwicklungsamt. "Wir haben alles an Erkenntnisse, die wir haben, da reingepackt."
  • Das sieht der Bebauungsplan vor: Auf dem Mangin-Gelände sind große Flächen für Wohnbebauung ausgewiesen, expliziert ist sogar ein Areal gekennzeichnet, auf dem nur Wohngebäude zulässig sind, in denen 75 Prozent der Wohnungen mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung bezuschusst werden können. Die zum Teil denkmalgeschützten Gebäude entlang der Kirnacher Straße sind als Flächen für den Gemeinbedarf ausgewiesen, hier könnte die Verwaltung angesiedelt werden und Gebäude für kulturelle und soziale Zwecke.
    Grundstücke, auf denen öffentliche Nutzung vorgesehen ist, haben einen anderen Wert als wenn man private oder gewerbliche Nutzung plane, so Bürgermeister Detlev Bührer. Dies sei wichtig für die Kaufverhandlungen, die im Moment mit der Bima laufen. "Was eine konkrete Nutzung angeht, ist alles völlig offen." Entscheidend für den Kaufpreis seien die Altlasten. Hier gibt es verschiedene Gutachten, die den Stadträten alle in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt worden sind, um die Verhandlungsposition der Stadt nicht zu schwächen. "Aber es gibt keine Altlasten, die eine Wohnbebauung verhindern, betonte Bührer.
  • Das sagen die Stadträte: Sprecher aller Fraktionen lobten den Bebauungsplan. Kritische Nachfragen gab es nach Änderungsmöglichkeiten des Plans: "Wie fest sind die angedachten Felder?", wollte Dietmar Wildi von der CDU wissen. Henning Keune, Leiter des Stadtentwicklungsamtes betonte, dass bis zur nächsten Phase vieles geschoben werden könne. Dann sollten die Pläne fix sein. Detlev Bührer erklärte auf Nachfrage von Gudrun Furtwängler (CDU), dass die Fraktionen oder einzelne Gemeinderäte noch zwei Monate ihre Anregungen oder Bedenken geltend machen können.
  • Die Namensgebung: Andreas Flöß von den Freien Wählern erinnerte an einen Antrag seiner Fraktion dem Gebiet einen neuen Namen zu geben und dazu einen alten Gewann-Namen auszuwählen, wie beispielsweise "Bei den Mühlen". Bürgermeister Bührer versprach dieses Thema aufzugreifen, wenn die Stadt im Besitz der Fläche sei.
    Grünen-Stadträtin Helga Baur schlug im Namen ihrer Fraktion vor, die Straßennamen nach Frauen zu benennen. "Es gab in unserer Stadt viele bedeutende Frauen und das wäre mal ein Zeichen." Dies löste einen ungewöhnlichen Vorschlag von FWV-Stadtrat Ernst Reiser aus: "Sie helfen uns, den Gewann-Namen durchzubringen, dann helfen wir ihnen bei den Frauennamen."
  • Erschließung und Parken: In dem neuen Quartier werden dezentrale Parkdecks und Tiefgaragen bevorzugt, die den Wohnugnen zugeordnet sind, aber auch dem öffentlichen Besucherverkehr zur Verfügung stehen. Zur Richthofenstraße hin soll ein zweigeschossiges Parkhaus entstehen. Die Erschließung erfolgt direkt über die Richthofenstraße und die Pontarlierstraße, wo ein großzügiger Eingangsbereich geschaffen werden soll.