In der Stadt soll sich ein neues Jazzfestival etablieren: Der Förderverein MPS-Studio Villingen will es bereits Mitte September 2019 erstmals veranstalten, zunächst hat er aber eine Ausfallbürgschaft von 10?000 Euro beantragt, die die Stadtverwaltung übernehmen soll.

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„Jazzin the Black Forest“ wird sich das Festival nennen. Ist es die lang erwartete Nachfolge-Reihe von dem 2015 eingestellten „VS swingt“? „Ja und nein“, sagt Friedhelm Schulz, einer der Ideengeber und Organisatoren, auf Anfrage. Einerseits denke man automatisch an „VS swingt“, wenn im Jazzbereich etwas Größeres auf die Beine gestellt werde, andererseits sei es aber etwas gänzlich Neues. Neu und anders in vielerlei Hinsicht – das beginne schon beim Finanziellen: Auf knapp 40 000 Euro beziffert der Förderverein MPS den Gesamtetat. Von rund 25 000 Euro an Einnahmen gehen die Veranstalter bei einer angenommenen Auslastung von 60 Prozent aus, das wären dann 780 Besucher. Werden allerdings mehr Eintrittskarten verkauft, benötige der Verein die Ausfallbürgschaft möglicherweise gar nicht oder nicht in voller Höhe.

Keine teuren Geschichten

Zeitgenössische Gruppen aus Deutschland und dem übrigen Europa, die „man nicht jeden Tag hört“, will das MPS-Studio nach Villingen-Schwenningen lotsen, ähnlich wie dies bereits vor 50 Jahren das Ziel war. Zwar werden amerikanische Stars wie Oscar Peterson immer wieder in Verbindung mit den brillianten Aufnahmen von MPS genannt, doch dabei machten die US-Amerikaner höchsten zehn Prozent von rund 700 Einspielungen aus. Diese Rückbesinnung auf die deutsche und europäische Jazz-Szene geschehe also sehr bewusst, hat aber natürlich auch noch andere Gründe. Wer derzeit US-Formationen ordere, zahle nicht nur die Stars, sondern auch für ein großes Management, das mache solche Formen der Festivals zu „teuren Geschichten“.

Nur mit Ehrenamtlichen

Der Förderverein MPS veranstaltet das Festival in Kooperation mit dem Kulturamt und dem Jazzclub. MPS, das für Musikproduktion Schwarzwald steht, war ein legendäres Studio, das 1968 von Hans Georg Brunner-Schwer aus der Saba-Dynastie gegründet wurde. Der Förderverein will an diese Geschichte erinnern, sie bewahren, aber auch bereichern. Für das Festival gehen die Macher davon aus, dass auch Musikfreunde aus anderen Teilen das Landes in die Doppelstadt kommen. Größtenteils greifen die Organisatoren auf ehrenamtliche Helfer, zum Beispiel aus den Reihen des Jazzclubs zurück, anders könne solch ein Festival bei dieser Kalkulation auch gar nicht veranstaltet werden, betont Schulz. Neben dem Theater am Ring für ein größeres Konzert werden das MPS-Studio, der Jazzclub, aber auch örtliche Schulen als Spielorte einbezogen.

Ja vom Kulturbeirat

Das Amt für Kultur befürwortet das Anliegen. Der Kulturbeirat hat der Übernahme der Ausfallbürgschaft, über die der Verwaltungs- und Kulturausschuss endgültig am 8. Mai ab 17 Uhr im Matthäus-Hummel-Saal verhandelt, zugestimmt. Sollte sich das Festival etablieren und fünf Jahre bestehen, habe es gute Aussichten auf einen Zuschuss des Landes Baden-Württemberg, heißt es aktuell in der Vorlage der Stadt.

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