Spannung lag spürbar in der Luft, als Ortsvorsteher Andreas Neininger die zahlreichen Anwesenden begrüßte, unter ihnen als besonderer Gast Oberbürgermeister Jürgen Roth. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die aktuelle Situation in Sachen Baugebiet „Obere Äcker“.

Dabei handelt es sich um eine Liegenschaft von 3,3 Hektar, im Fürstlich Fürstenbergischen Besitz, welche die Stadt als Baugrund erwerben möchte. Etwa 30 Wohneinheiten sollen dann sowohl an Ortsbewohner, als auch an auswärtige Interessenten sukzessive veräußert werden. Für die Dörfler ist das ein Paradigmenwechsel, der es in sich hat.

Das Baugelände
Das Baugelände | Bild: Gerhard Blessing

War es doch bisher so, dass streng darauf geachtet wurde, dass nicht außerhalb des Ortsetters gebaut werden durfte, weil man als Naherholungsgebiet für Villingen-Schwenningen ausgewiesen war. Viele Dorfbewohner möchten auch die idyllische Dorfgemeinschaft, die sich in Jahrzehnten aufgebaut hat, nicht missen und fürchten nun, von außen „überrollt“ zu werden.

Da aber konnte der Oberbürgermeister die Dorfpatrioten etwas beruhigen, da es einerseits in der Hand der Ortsverwaltung liege, wer und wann sich hier jemand ansiedeln könne und zum anderen das Ganze zeitlich entzerrt werden solle, sodass erst einmal nur eine Hälfte des Baugrundes mit zwölf Wohneinheiten komplett erschlossen werden soll, während der andere Teil mit 17 Häuser für den weiteren Bedarf in Vorbereitung gehalten wird.

Dazu kommt auch, dass die Plätze quasi nicht ad hoc an verkauft werden sollen, sondern sukzessive über die Jahre verteilt. Also ist Zeit genug, Neuankömmlinge und „Ureinwohner“ miteinander bekannt zu machen. Allerdings, so war den Äußerungen des Oberbürgermeisters zu entnehmen, erwarte man seitens der Stadt natürlich, dass sich auf dem bereitgestellten Gelände auch was tut und die Gelder nicht umsonst ausgegeben worden sind.

Schließlich gehe es auch darum, den ursprünglichen Wunsch des Ortschaftsrates zu verwirklichen, den Bauwilligen des Dorfes über die Jahre hinweg die Möglichkeit zu schaffen, Baugrund zu erwerben. Es gelte schließlich auch, den negativen Trend der letzten Jahrzehnte in der Entwicklung der Einwohnerzahl umzukehren.

Das Genehmigungsverfahren werde etwa zwei Jahre in Anspruch nimmt, ehe der erste Spatenstich erfolgen kann. Der Quadratmeterpreis in der exzellenten Wohnlage belaufe sich dann schätzungsweise auf 140 bis 160 Euro.

Skepsis herrschte dennoch bei einigen Fragestellern vor, zumal man weiter befürchtet, dass sich ein Dorf im Dorfe entwickeln könne, und dass über die Baugrunderschließung hinaus Infrastrukturmaßnahmen notwendig werden, wie etwa in Sachen Kindertransport in Schule und Kindergarten oder in der Frage des Winterdienstes und der Veränderung der Verkehrssituation insgesamt.