Die Stadt Villingen-Schwenningen erhält ein eigenes Feuerwehramt. Als offizielle Begründung nennt die Stadtverwaltung für diesen Schritt die "Stärkung und Gewinnung von Synergieeffekten". Daher wird künftig die Feuerwehr gemeinsam mit dem Brand- und Zivilschutz zu einem eigenen Amt formiert. Doch natürlich steckt eine andere Überlegung dahinter: Händeringend wird ein hauptamtlicher Feuerwehrkommandant gesucht. Der wird künftig als Amtsleiter arbeiten, seine Stelle ist damit besser als bisher dotiert und seine Position wird gestärkt. So hofft die Stadtverwaltung, bei einer neuerlichen Stellenausschreibung zum Erfolg zu kommen.

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Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte in der Sitzung des Verwaltungs- und Kulturausschusses, dass "wir so eine schlagkräftige Wehr erreichen wollen". Es gehe ausdrücklich "nicht um den Einstieg in eine Berufsfeuerwehr" – eine Befürchtung, die von ehrenamtlichen Kräften immer wieder geäußert wird. Vielmehr solle "Teamwork zwischen Profis und Ehrenamtlichen" geschaffen werden. Gebildet wird ein Amt für Feuerwehr, Brand- und Zivilschutz. Roth hat eine Organisationsverfügung erlassen, das heißt, die Gemeinderatsgremien werden nicht mehr zustimmen, sie werden nur in Kenntnis gesetzt.

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Die Leitung dieses neuen Amts für Feuerwehr, Brand- und Zivilschutz (FBZ) soll dem Feuerwehrkommandanten übertragen werden. Ursprünglich war geplant, dass Michael Reimer, aktuell Stellvertreter des kommisarischen Feuerwehrkommandanten Ralf Hofmann, die Kommandantenstelle ab dem 1. April übernimmt. Das wird nun nicht der Fall sein. Laut der neuen Organisationsstruktur wird Reimer nun die Abteilung Feuerwehr leiten. Darunter fallen die Feuerwehrverwaltung und die Gerätewarte. Die müssen künftig in den feuerwehr-technischen Dienst übernommen werden.

Heinzelmann Abteilungsleiter

Eine weitere Abteilung, die bisherige Stabstelle Einsatzplanung und Zivilschutz, die ebenfalls dem neuen Kommandanten unterstellt ist, wird Markus Heinzelmann übernehmen. Die hauptamtliche Kommandantenstelle in Personalunion mit der Amtsleiterstelle wird ausgeschrieben. Beobachter gehen davon aus, dass die Chancen nun gut sind, einige geeignete Bewerber zu finden. In einem dritten Bereich finden sich sämtliche elf Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Villingen-Schwenningen wieder.

Lob für neue Struktur

Im Ausschuss äußerte sich nur der stellvertretende Sprecher der Freien Wähler, Bertold Ummenhofer, zu dem Vorhaben. Er lobte Roth für den Schritt, "neue Strukturen zu schaffen". Es sei sehr schwierig, einen neuen Kommandanten zu finden. Mit dieser neuen Organisation könne die Stadt zuversichtlicher in die Zukunft schauen, die Chancen seien sehr gut, nun jemanden zu finden. Er erinnerte Roth an den Antrag seiner Fraktion, die Hilfsfristen bei der Feuerwehr durchleuchten zu lassen. Möglicherweise sei es bei den Ausrückzeiten zu Unregelmäßigkeiten gekommen, wie es in einem Schreiben im Dezember vergangenen Jahres hieß. Roth will die aufgeworfenen Fragen im Gemeinderat beantworten.