Die alte Linde vor dem Marbacher Rathaus wurde 1906 gepflanzt, als die Schule gebaut wurde und prägte seither den Ort, erinnerte sich Rolf Effinger, ehemaliger Ortvorvorsteher von Marbach bei der nun vorgenommenen Ersatzbepflanzung. "Dass wieder ein prächtiger Baum den Weg für den Verkehr freimachen musste, sorgte für Diskussionen unter den Bürgern aus Marbach", führte Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple bei der Pflanzung der neuen Linde im Wohngebiet Melben aus.

Anfang August musste die ortsprägende Linde vor dem Rathaus gefällt werden. Grund dafür war nicht allein nur der neue Kreisel. "Die Linde drohte auch irgendwann umzustürzen" betonte Kern-Epple.

"Die über 100 Jahre alte Linde war vom Boden aufwärts 1,70 Meter verfault und die Fäulnis verbreitete sich genau so tief im Wurzelwerk", erklärte die Landschaftsarchitektin Annalena Klein vom Stadtbauamt. Gründe für die Fäulnis seien Schäden an der Straßenseite der Linde, die Belastung durch Streusalz im Winter und Beschädigungen durch Baumaßnahmen gewesen, sagt Kern-Epple.

"Für die Ersatzbepflanzung haben wir hier einen schönen Platz gefunden, abseits vom Straßenrand auf einer Grünfläche, auf der wir schon in einer Bürgeraktion acht Obstbäume gepflanzt haben, so Kern-Epple. Die neue Linde sei eine Winterlinde, robuster und frostbeständiger als die Sommerlinde und könne 1000 Jahre alt werden, sagt Landschaftsarchitektin Klein.

Der Dank der Ortsvorsteherin richtete sich an das Stadtbauamt, an die Technischen Dienste der Stadt Villingen-Schwenningen und an ihren Amtsvorgänger Rolf Effinger, der sich maßgeblich für die neue Linde eingesetzt hatte." Ein Zeichen. dass sich auch die Stadt mit der Ersatzbepflanzung an die aktuelle Baumschutzverordnung hält", lobt Kern-Epple.

Wie geht es weiter am Platz der alten Linde? "Wenn es die Witterung zulässt, das heißt mindestens vier Grad Celsius, wird mit den Einbau der Asphaltdecke begonnen", berichtet Kern-Epple. Für diese Arbeiten sei eine Vollsperrung vom 24. November um 7 Uhr bis zum 26. November um 19 Uhr im Bereich Kirchdorfer Straße, Steinwiesenstraße und Forellenweg erforderlich, so Kern-Epple weiter.

"Über einen Flyer vom Stadtbauamt werden alle Haushaltungen und Gewerbetreibenden im Baustellenbereich über die Baumaßnahmen informiert", so Jorge Dri vom Stadtbauamt: "Die Baumaßnahmen sollen Anfang Dezember fertiggestellt sein. Durch die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt werden die Fußgängerwege nicht tangiert und der Bereich zwischen den beiden Kreisel wird zur 30-er Zone.

 

"Die noch junge Linde steht für einen Neuanfang und wird Neubaugebiet Melben ein schönes Leben haben". Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple. (rod)