Drei Wochen lang haben Maikel Babic, Paola Callozza und Oskar Neher nur Balken gold gestrichen. Jedes noch so kleine Fleckchen, zum Teil mit dem kleinsten Pinsel. „Es war alles weiß und leer“, sagt Babic. Seit März haben sie jede freie Minute in der Bar in der Färberstraße gewerkelt. Haben viel Schweiß, Zeit und Herzblut in den Laden gesteckt. Am Ende ist auf 130 Quadratmetern fast schon ein kleines Kunstwerk entstanden. „Wir wollten die Großstadt nach Villingen bringen“, sagt Paola Callozzo, die Freundin von Babic. Und dort wo bis vor kurzem die Créperia La Dolce Vita war, ist nun das „Villinger Hausverbot„ eingezogen.

Die Bar ist in drei unterschiedlichen Stilen aufgebaut. Ganz vorne die große Theke und an den Wänden der Schwarzwald – selbst bemalt, versteht sich. Einmal um die Ecke steht man im – wie sie es nennen – goldenen Käfig. Goldene Kronleuchter, und üppig verzierte goldene Bilderrahmen an den Wänden. Darin alte schwarz-weiß Fotos von Villingen.

Bild: Greiner, Anja

Der Bezug zur Stadt kommt nicht von ungefähr. Alle drei sind Villinger. Babic ist in der Gastronomie groß geworden. Seine Eltern führen das ESV Kegelheim in Schwenningen. „Seit ich fünf bin, war ich hinter der Theke.“ Jetzt ist er 28 Jahre alt. Hat bei einem Getränkehersteller und einer Versicherung gearbeitet. Das erste Mal nach einer eigenen Bar hat er sich mit 19 umgesehen. Damals gab es nichts passendes. „Das hier hat sich jetzt zufällig ergeben.“

Im drittel Teil ganz hinten ist schließlich „das Herrenzimmer“. Bequeme Sessel und eine kleine Theke, alles dunkel gehalten. „Whiskey und Gin wird es hier geben“, sagt Babic.

Am Anfang wollen sie die Bar zu dritt managen. Erstmal schauen, wie es läuft, sagt Babic. Zusätzliches Personal sei dann schnell eingestellt. Erstmal wollen sie auch von 11 Uhr mittags bis nachts durchgängig offen haben. Je nach dem wie es läuft, wollen sie die Öffnungszeiten dann anpassen. 50 Sitzplätze haben sie innen, dazu kommen noch die Außenbereiche vor der Bar und im Innenhof. Die Möbel dafür fehlen noch. „Die bauen wir selber“, sagt Babic.

Eine wirkliche Zielgruppe haben sie nicht. „Jeder, dem es gefällt, darf gerne herkommen und bleiben“, sagt Babic. Die Bar ist ab 21 Jahren und dann bis open End, sagt Babic. „Das Publikum soll gemischt sein.“ Angeboten wird alles. Bei den Getränken vom Smoothie über Milchshake und Cappuccino bis hin zu Whiskey und Gin. Und bei der Musik von Rock und Alternativ bis zu Jazz und Blues.

Am Donnerstag, 27. Juni, öffnet die Bar zum ersten Mal. Ab 11 Uhr kann jeder vorbeikommen und sich umsehen. Auch der ein oder andere Nachbar in der Färberstraße wird sich das nicht entgehen lassen. „Das Verhältnis zu den anderen Wirten ist super. Ich bin mit allen per Du“, sagt Babic.

Ob sie aufgeregt sind? „Sehr“, sagt Babic wie aus der Pistole geschossen. „Ob es bei den Villingern ankommt und ob sie zu schätzen wissen, was wir hier gemacht haben.“