Am 24. August fiel der Startschuss. Der Internetshop ging ins Netz und auf der Facebookseite wurde kräftig die Werbetrommel gerührt. In selbst produzierten Werbevideos stellen Menschen unterschiedlichen Alters Neckarkind-Klamotten zur Schau. Schnell erkennt man, dass die Marke für Weltoffenheit und Toleranz stehen möchte. Aber auch ein Lebensgefühl, Identität und Heimatverbundenheit sollen transportiert und vermittelt werden, erklären die Macher. Und im letzten Punkt liegt auch die große Chance des eingängigen Markennamens verborgen. Flussabwärts leben Millionen Menschen. Doch nicht nur alle Anrainer möchten sie zu überzeugten Neckarkindern machen. Der Landesfluss Neckar soll vielmehr als ein verbindendes Element aller hier im Südwesten lebenden Menschen werden.

Gründer: Marcel Kübler ist 30 Jahre alt und betreibt im Steinbeis-Haus in Villingen die „Make a Smile Media"-Agentur.Zehn Jahre älter ist Mike Lübke, der seit 2016 in Schwenningen eine Hausarztpraxis führt. Gemeinsam haben sie eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, die hinter der Marke Neckarkind steht.

Video: Fröhlich, Jens

Die Idee: „Sie existiert schon einige Jahre“, erinnert sich der Mediziner, der in Tübingen studiert hat. „Damals habe ich mir zum Spaß ein T-Shit gestaltet mit der Aufschrift Neckarkind.“ Das kam gut an und er wurde häufig darauf angesprochen. Er verfolgte diesen Ansatz aber nicht weiter. Als er seine Schwenninger Praxis eröffnete, entstand der Kontakt zu Marcel Kübler. „Seine Frau war Patientin bei mir. Später hat er meine Internetseite gestaltet“, erzählt Lübke. Die beiden sportbegeisterten Gründer verabredeten sich zu einem Eishockey-Spiel. Nach und nach entwickelte sich eine Freundschaft und man sprach auch über Geschäftsideen. Beim Thema Nackarkind war beiden schnell klar: „Das machen wir.“

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Die Umsetzung: Los ging es rund sechs Wochen vor dem Start. „Ich habe einen Entwurf von dem Schriftzug und dem ersten Logo erstellt“, so Kübler. Beide waren vom Ergebnis begeistert. Dann ging alles ganz schnell. Firma gründen, Produkte festlegen, Design und Technik der Webseite und des Internetshops erstellen und die Sozialen Medien mit dem Neckarkind-Virus infizieren.

Video: Fröhlich, Jens

Beim Deutschen Patent- und Markenamt haben sie sich den Markennamen für alle relevanten Kategorien schützen lassen. „Das ging relativ schnell und einfach“, sind sich die Gründer einig. Viel mehr Zeit und Nerven hätten sie die bürokratischen Rahmenbedingungen gekostet: Gewerbeschein, Steuernummer und die Einarbeitung in rechtliche Aspekte, wie der Datenschutz. Zwar hatten die Gründer keine riesigen Investitionskosten, weil sie auch vieles selbst erledigten, wie zum Beispiel die Werbematerialien und die Webseiten. Doch die vielen kleinen Kosten hätten sich am Ende doch summiert. Einmal pro Woche findet ein gemeinsames Treffen statt. Dann werden neue Ideen und die weiteren Aufgaben besprochen. „Wir sind täglich über einen privaten Chatraum in Kontakt“, erklärt Kübler.

Die Produkte: Zum Start sind im Internetshop T-Shirts, Pullover mit und ohne Kaputze sowie Tanktops in jeweils mehreren Farben für Erwachsene und Kinder erhältlich. Alle Kleidungsstücke haben den Schriftzug Neckarkind auf der Brust. Darüber ist die Silhouette von Stuttgart zu sehen.

Neckarkind-Logo auf einen roten T-Shirt.
Neckarkind-Logo auf einen roten T-Shirt. | Bild: Fröhlich, Jens

„Das ist jedoch nur unser erstes Logo für die Anfangsphase“, erklären die beiden. Der Schriftzug bleibt gleich, neue Logos und Motive sollen hinzukommen. Auch andere Produkte werden schon bald erhältlich sein. „Wir haben ganz viele Ideen“, sagen sie und grinsen. Verraten wollen sie aber noch nichts. Die Kleidungsstücke werden von einer Firma mit Bio-Siegel in Belgien produziert. „Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig.“ Die Schnitte sind modern und reichen von locker bis körperbetont. In Köln werden die Waren dann mit dem Neckarkind-Logo bedruckt.

Die Modell sind in mehreren Farben erhältlich.
Die Modell sind in mehreren Farben erhältlich. | Bild: Fröhlich, Jens

Die Rückmeldungen: „Die Reaktionen waren fantastisch“, freuen sich die Gründer. Im Urlaub sei Lübke mehrfach von anderen Campern auf seinen Pullover angesprochen worden und die Verkaufszahlen liegen höher als erwartet. Die allererste Bestellung sei von einer Familie gekommen, die sich gleich mit mehreren Modellen in unterschiedlichen Größen ausstattete. Auch viele Freunde befinden im Kundenkreis, der schon bis nach Stuttgart reicht. Aus der Doppelstadt selbst gingen bislang relativ wenige Bestellungen ein. Deutlich mehr kamen aus Umlandgemeinden. Den positiven Start feierten die Gründer mit Freunden und Familie bei einer Release-Party zusammen mit dem Geburtstag der Tochter von Mike Lübke.

Die Zukunft: Derzeit sind Kübler und Lübke auf der Suche nach Ladengeschäften, die Neckarkind-Produkte in ihr Angebot aufnehmen wollen. Am liebsten wäre ihnen ein Standort in Schwenningen. Auch mit den Wild Wings sowie den Basketballern der Panthers wollen sie Gespräche über mögliche Kooperationen führen. Ihr Wunsch ist es, dass sie auch in einem Jahr noch Spaß an der Sache haben und irgendwann in einer Großstadt auf Menschen treffen, die das Logo aus VS auf der Brust tragen.

Im Steinbeis-Haus in Villingen ist das Neckarkind-Büro zu finden.
Im Steinbeis-Haus in Villingen ist das Neckarkind-Büro zu finden. | Bild: Fröhlich, Jens