Die Villinger Hexenzunft ist inzwischen ein ganz wichtiger Eckpfeiler einer vielfältigen fünften Jahreszeit im Städtle. Insofern darf man die Gründungsväter und die zwei Gründungsmütter schon ein bisschen bewundern, als sie 1969 den Mut aufbrachten, die Hexenzunft aus der Taufe zu heben. Anfangs mag das anarchische Element überwogen haben, aber vielleicht auch die Idee, eine etwas andere Fastnacht auf die Beine zu stellen. Und daraus hat die Hexenzunft im Laufe dieses halben Jahrhunderts enorm viel gemacht, was das Jubiläumsjahr eindrücklich unter Beweis stellt. Etwas verrückt ja – so muss die Fastnacht ja einfach auch sein -, aber maßlos über die Stränge schlagend, das bitte nicht. Diesen Spagat haben die grün-roten Hexen so gut hinbekommen, dass sie sich seit vielen Jahren im Aufwind befinden.

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Dass dies gelingen kann, zeigt die Hexenzunft eindrücklich: Inzwischen dürfte es die zweitgrößte Hexenzunft im Lande sein (nach den Offenburgern). Auf der Villinger Fastnacht möchte sie keiner mehr missen, wenn sie als "grüner Strahl", wie es Griffelspitzerin Isabel Kratt so einprägsam ausdrückt, durch die Innenstadt ziehen. 50 Jahre werden sie jetzt alt – und das zeigen sie den Villingen-Schwenningern mit einem Jubiläumsprogramm durch das ganze Jahr hindurch. Neben den obligatorischen, bild- und motivgewaltigen Bällen wollen sie mit Gala- und Jubiläumsabend, einer Veranstaltung nur für Mitglieder, einem Buch, extra gestalteten Pins, einer CD und einigem mehr punkten. Wer das alles schultern möchte, kann dies nur mit aktiven Vereinsmitgliedern tun. Darauf kann sich der Vorstand sicher verlassen und daher darf man gespannt sein, wie die grün-rote Hexenschar dem Fastnachtsjahr ihren Stempel aufdrückt.