Ihre Verpackungen mit dem Markennamen Reinpapier seien für die Umwelt total bedenkenlos, sagt Özder Omar. „Das Material ist völlig ungiftig“, erklärt der Co-Geschäftsführer der Firma DE-Pack mit Sitz in Villingen. Omar leitet seit 2010 die DE-Pack gemeinsam mit Denis Beljakovic. Gegründet wurde das Unternehmen vor rund 40 Jahren von Bernd Denner, der dieses Jahre in Rente ging, der Firma aber immer noch beratend zur Seite steht.

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Von Anfang an habe sich die DE-Pack auf innovative Verpackungslösungen für die Automobilindustrie und Medizintechnik spezialisiert, sagt Omar. Seit rund zwei Jahren entwickelt und vertreibt das mittelständische Unternehmen mit seinen zehn Vertriebsmitarbeitern nun auch Verpackungen der Marke Reinpapier.

Verpackung kann auf dem Kompost entsorgt werden

„Reinpapier-Verpackungen sind zu hundert Prozent biologisch abbaubar und können auf dem Kompost entsorgt werden. Wenn sie Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, zersetzen sie sich“, erklärt Volker Schmider, der Marketing-Verantwortliche von DE-Pack. Das Bedürfnis nach umweltschonenden Verpackungen sei von außen an sie herangetragen worden, fügt Özder Omar an. „Wir haben dann mit der niederländischen Firma Paperfoam einen Partner gefunden, der unsere Lösungen umsetzt“, so Omar.

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Die Verpackungen können im hauseigenen Kompost entsorgt werden.
Die Verpackungen können im hauseigenen Kompost entsorgt werden. | Bild: DE-Pack

Das Material für die biologisch abbaubaren Verpackungen besteht zu rund 70 Prozent aus Industriekartoffel-Stärke, zwölf Prozent Papierfasern aus nachhaltigem Anbau, rund 18 Prozent Wasser und einer weiteren Zutat, die nicht verraten wird. „Das ist sozusagen die Coca-Cola-Mischung“, sagt Schmider. Nur so viel sei verraten: Auch die geheime Zutat sei zu 100 Prozent biologisch abbaubar.

Das Produkt entsteht aus (von links) Papier, Kartoffelstärke und einer Geheimzutat.
Das Produkt entsteht aus (von links) Papier, Kartoffelstärke und einer Geheimzutat. | Bild: Marcel Jud

Verpackung wird „gebacken“

Seit zwei Jahren besitzt die Villinger DE-Pack nun die alleinige Lizenz für Deutschland, Paperfoam-Verpackungen unter dem Markennamen Reinpapier zu vertreiben. „Wenn Kunden entsprechende Verpackungen wollen, erstellt unsere Entwicklungsabteilung zunächst eine digitale Zeichnung nach den Wünschen der Kunden“, erklärt Omar.

Video: DE-Pack

Diese werde dann in die Niederlande geschickt, wo Paperfoam die Verpackungen der Zeichnung entsprechend herstellt. Dabei werde die Materialmischung, ähnlich wie beim Kunststoffspritzguss, in ein Aluminium-Werkzeug gespritzt, wo es unter hohen Temperaturen zur Verpackung geformt werde, erklärt Volker Schmider: „Es wird sozusagen gebacken“. Aufgrund der Kartoffelstärke rieche es in den Produktionsstätten von Paperfoam auch tatsächlich wie in einer Backstube, so Schmider.

Wie die Reinpapier-Verpackungen hergestellt werden:

Video: DE-Pack
Video: DE-Pack
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Video: DE-Pack
Video: DE-Pack
Video: DE-Pack

Derzeit machen Verpackungen in der Öko-Variante zehn bis 15 Prozent des Umsatzes von DE-Pack aus. „Unser Ziel ist es, diesen Anteil in den nächsten drei Jahren auf 30 Prozent zu steigern“, sagt Özder Omar. Geeignet sei das Produkt vor allem für Verpackungen, die einmal verwendet würden, etwa bei Medizintechnik-Produkten, so Omar. „Aber auch für den Consumer-Bereich bietet sich Reinpapier an, also beispielsweise für Elektronik- oder Kosmetika-Verpackungen“, betont Schmider.

Kunststoff braucht es weiterhin

DE-Pack will daher auch seine Reinpapier-Produktpalette erweitern. Das Unternehmen werde aber wohl nie nur auf diese Verpackungen setzen können, so Omar: „Es braucht auch weiterhin Kunststoff-Verpackungen.“

Gerade für große Mehrwegverpackungen, die etwa in der Automobilindustrie nachgefragt seien, eigne sich die Öko-Verpackung weniger, da es nicht über die nötige Festigkeit verfüge und mit ihm keine größeren Verpackungen hergestellt werden könnten. „Aber Mehrweg-Verpackungen werden in der Regel recycelt und es ist besser, wir konzentrieren uns darauf, Einweg-Kunststoffverpackungen durch Reinpapier zu ersetzen. Denn schließlich sind es diese, die in der Natur landen und die Meere verschmutzen“, sagt Omar.