Am Güterbahnhof in Villingen sind drei der vier Schwertransporter gestrandet, die am Dienstagabend an einer Brücke bei Bad Dürrheim mit ihrer Ladung hängen geblieben sind. Laut SÜDKURIER-Recherchen war der Konvoi einer Polizeistreife gefolgt, die aus bisher unbekannten Gründen von der vorgeschriebenen Route abgewichen ist. Ein vermutlich folgenschwerer Fehler, denn: Die Strecke ist minutiös geplant. Die Fahrer bekommen genaue Anweisungen, wie hoch die Brücken und wie breit die Kurven sind.

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Für die Fahrer der Schwertransporter geht es am Güterbahnhof zunächst nicht weiter. Lediglich einer der Transporter habe von den Beamten grünes Licht bekommen, teilt ein Firmensprecher der Spedition mit. Allerdings sei es schon zu spät: Das Schiff in Bremerhaven habe bereits abgelegt. 

Polizei kann noch keine konkrete Aussage treffen

"Natürlich haben wir ein großes Interesse daran, dass unsere Transporter weiterfahren dürfen. So verursachen sie zusätzliche Kosten", sagt der Sprecher. Wann sie weiter fahren können, hänge von den Behörden ab, die aktuell ermitteln, ob alle Auflagen eingehalten wurden.

Dieser große Kubus aus Spanplatten ist gegen die Brücke geprallt.
Dieser große Kubus aus Spanplatten ist gegen die Brücke geprallt. | Bild: Rodgers, Kevin

Die Polizei konnte noch keine konkrete Aussage zur möglichen Ursache für die Kursabweichung treffen. "Wir wissen bis jetzt nur, dass unser Begleitfahrzeug von der vorgeschriebenen Fahrtrichtung abgewichen ist", sagt Polizeisprecher Michael Aschenbrenner auf Nachfrage. Derzeit würden die Ermittler prüfen, wieso von der Route abgewichen und ob die genehmigte Höhe von den Transportern auch eingehalten worden sei.

14 Kisten müssen von Villingen nach Mexiko gebracht werden

Eine gute Nachricht hat Rolf Hirt, Technischer Leiter der Villinger Firma Reinhardt, die mit den Schwertransportern eine Wärmebehandlungsanlage nach Mexiko bringen wollte: "Die Ware wurde bei dem Unfall nicht beschädigt." Lediglich die Holzbox – eine Spezialanfertigung – musste erneuert werden.

Hirt betont, dass die Firma nach dem Unfall der Polizei und der Feuerwehr beratend zur Seite stand. "Wir kennen den Inhalt der Boxen am Besten", sagt Hirt. Die durch den Zwischenfall entstandene Verzögerung müsse bei der Montage aufgeholt werden. Außerdem sei dies nur ein Teil der Lieferung: Insgesamt 14 Kisten müssten von Villingen nach Mexiko gebracht werden. "Die nächsten Transporte sind geplant", sagt Hirt. Vier weitere Boxen sollen Anfang September ihre Reise antreten.