Nachdem viele Sportstätten und Turnhallen der Doppelstadt über Jahre dem Verfall ausgesetzt waren, zeichnet sich endlich Besserung ab. Höchste Zeit, wenn es nach dem Urteil der Sportvereine und Schulen geht. Der Zustand der Sportanlagen reiche derzeit von „mangelhaft“ bis „nicht nutzbar“, wie diese in einer Umfrage des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) kritisierten. Dieses empfiehlt nun umfassende Sanierungsarbeiten und den Bau von zwei neuen Hallen, worüber in Kürze der Gemeinderat entscheiden wird. Die Planer des Instituts schlagen mittelfristig sogar den Bau einer dritten Mehrfachsporthalle im Zentralbereich zwischen Villingen und Schwenningen vor.

  • Turnhallen-Neubau: Es ist das mit Abstand größte Projekt in den Handlungsempfehlungen des IKPS an den Gemeinderat. In der Nähe der Golden-Bühl-Schule soll eine vereinseigene Turnhalle des Villinger Turnvereins (TV) entstehen, die dann auch von der Schule mitbenutzt werden würde. „Angestrebt wäre dort vor allem die Nutzung für die Kinderangebote wie Turnen, Gymnastik und Fitness. Da haben wir im Moment etwa 200 bis 300 Kinder auf der Warteliste“, sagt TV-Geschäftsführer Sven Kieninger. Die Leistungssportarten wie Volleyball oder Fechten würden wegen der dazu notwendigen Einrichtung hingegen an den bisherigen Standorten verbleiben. Würde das nun vorliegende Konzept vom Gemeinderat verabschiedet, ginge es mit der Suche nach dem genauen Standort für die Turnhalle weiter, so Kieninger. „Wenn die räumliche Planung abgeschlossen ist und man sich über die Ausstattung einig ist, könnte schon übernächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden“, sagt er. Die geschätzten Kosten in der Höhe von bis zu 3,5 Millionen Euro würde dann Stadt und Verein anteilig tragen. „Und wenn alles gut laufen würde“, ergänzt er, „sind wir bis zum Vereinsjubiläum 2023 fertig.“
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  • Eine neue Multifunktionshalle: Im Stadtbezirk Mühlhausen steht den Sportvereinen zurzeit nur ein kleiner Gymnastikraum zur Verfügung. Alle umliegenden Ortschaften und Stadtbezirke von ähnlicher Größe haben hingegen eine eigene Turnhalle. Nun soll auch Mühlhausen nachziehen und eine sogenannte Einfeld-Multifunktionshalle mit einer Sportfläche von 10 mal 25 Metern bekommen. Damit hätten nach Einschätzung der Planer vom IKPS nicht nur die örtlichen Sportvereine eine eigene Trainingsstätte, sondern auch jene aus anderen Stadtbezirken, die darauf ausweichen könnten.
  • Zwei neue Kunstrasenplätze: Die beiden Hartplätze in Marbach und Pfaffenweiler sollen auf Wunsch der Vereine FC Pfaffenweiler, FC Tannheim, FV Marbach und SV Rietheim in Kunstrasenplätze umgewandelt werden. Bislang konnten die Hartplätze insbesondere in den Wintermonaten kaum oder gar nicht genutzt werden. Laut Konzeptvorschlag müsse aber im Gegenzug zur Aufwertung der beiden Plätze eine Schließung von anderen Sportflächen, die nicht mehr benötigt würden, in Betracht gezogen werden. Ebenfalls empfiehlt das IKPS eine Komplettsanierung des Kunstrasens des FC 08 Villingen.
Geht das Handlungskonzept durch den Gemeinderat, darf sich auch der FC 08 Villingen auf einen sanierten Kunstrasenplatz freuen.
Geht das Handlungskonzept durch den Gemeinderat, darf sich auch der FC 08 Villingen auf einen sanierten Kunstrasenplatz freuen. | Bild: Hahne, Jochen
  • Zusätzliche Freizeitsportanlagen: Noch sehr im Vagen bleibt der Wunsch nach mehr frei zugänglichen Flächen für Fußball, Hockey oder Basketball, der in den Planungsgruppen geäußert wurde. Weil hierbei auch eine Nachfrage aus den städtischen Sportvereinen bestehe, sollten etwa die Außensportflächen der Golden-Bühl-Schule, des Gymnasiums am Hoptbühl und der zentrale Bereich zwischen Villingen und Schwenningen für ein multifunktionales Sportfeld geprüft werden.
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  • Sportplatz am Hoptbühl: Bereits am Dienstag, 3. Dezember, wird im Technischen Ausschuss der Stadt über die Sanierung des Sportplatzes am Gymnasium Hoptbühl beraten. Für insgesamt knapp zwei Millionen Euro soll dort dann eine Leichtathletik-Anlage mit Kunstrasen-Spielfeld und Rundbahnen sowie zwei Beach-Volleyballfeldern entstehen. Auch diese Anlage soll neben dem Schulsport auch den Vereinen zur Verfügung stehen.

„Das ist der richtige Weg“

Am Mittwoch, 4. Dezember, soll das Konzept im Verwaltungs- und Kulturausschuss öffentlich beraten werden, bevor am 11. Dezember dann der Gemeinderat darüber entscheidet. TV-Geschäftsführer Kieninger jedenfalls ist von der Arbeitsweise des IKPS überzeugt: „Das ist der richtige Weg, indem man erst mit den Verantwortlichen den Bedarf feststellt“, resümiert er. „Mit den nun getroffenen Handlungsempfehlungen stimme ich zu 100 Prozent überein.“