Kann die Großbaustelle Gymnasium am Deutenberg nach einer Serie von Verteuerungen und Verzögerungen bis Juli 2020 tatsächlich fertiggestellt werden? In ihrem aktuellen Zeitplan geht die Stadt davon aus, dass dies klappt. Doch nicht alle sind davon überzeugt. „Wir machen uns Sorgen, ob der Zeitplan eingehalten werden kann“, sagte Klaus Martin, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, diese Woche im Gemeinderat.

„Der Zeitplan erscheint uns sehr mutig“, sagte Martin. Denn immerhin habe die Stadt eine erneute europaweite Ausschreibung für den Trockenbau durchführen müssen, weil sie mit der bisher damit beauftragten Firma überhaupt nicht zufrieden war. Gegen ihre Kündigung hat die Firma allerdings Widerspruch eingelegt. Dieter Kleinhans, Chef des Hochbauamtes, bestätigte den Widerspruch. Doch ungeachtet dessen werde die Stadt den Auftrag „noch diese Woche“ neu ausschreiben. Bis Ende November will die Stadt dann den Zuschlag erteilen. Dass inzwischen Firmenanfragen für diese Arbeiten bei der Stadt eingelaufen sind, stimmt Kleinhans zuversichtlich. „Das hatten wir lange nicht mehr.“ Er erwartet, dass die Fertigstellung der Schule, derzeit läuft die Sanierung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes, bis Juli 2020 gelingen werde.

Wie berichtet, sollte die Großbaustelle ursprünglich zum Start des aktuellen Schuljahres Anfang September beendet sein. Doch es gab Verzögerungen vor allem im Trockenbau. Und es gab wiederholt Kostensteigerungen. In der Gemeinderatsitzung vor der Sommerpause äußerten mehrere Gemeinderäte massive Kritik am verantwortlichen Freiburger Architekturbüro. Der Kostenrahmen liegt inzwischen bei rund 31,5 Millionen Euro. Geplant waren 24,5 Millionen. Aufgrund dieser Erfahrungen legt die Verwaltung dem Gemeinderat in jeder Sitzung einen Zwischenbericht vor. Bürgermeister Bührer erklärte, die Bauverwaltung werde die Fehler bei der nächsten Großbaustelle nicht wiederholen. Gemeint ist der Schulverband Deutenberg. Auch dieses Projekt dürfte eine ähnliche Dimension aufweisen wie das Gymnasium.