Die Stadt Villingen-Schwenningen muss dringend sparen. Das dürfte den Stadträten beim Haushalt 2020, dessen Volumen aktuell debattiert und der nächste Woche verabschiedet wird, noch nicht so recht gelingen. Doch für die Zukunft werden harte Debatten entbrennen. Einen kleinen Vorgeschmack gab bereits die Diskussion im Verwaltungs- und Kulturausschuss. Dabei ging es unter anderem um das Schwenninger Museumsquartier. 

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Eine grundsätzliche Debatte konnte CDU-Sprecher Klaus Martin noch nicht vom Zaun brechen. Doch sein Redebeitrag machte klar, welche Fahrt die Diskussion in diesem Jahr vor allem in puncto Museumsquartier aufnehmen könnte. Es ist geplant, in dem Museumsquartier die Galerie, das Heimat- und Uhrenmuseum sowie das Uhrenindustriemuseum auf dem Bürk-Areal zu bündeln. Dabei soll die ehemalige Württembergische Uhrenfabrik Zentrum werden.

9,7 Millionen kalkuliert

Martin verwies auf einen Beschluss von 2016, dass das Projekt den Haushalt nicht zusätzlich belasten dürfe. Das heißt im Klartext: Die damals errechneten 9,7 Millionen Euro müssten beispielsweise über Sponsoring, Spenden oder Zuschüsse aufgebracht werden. Wie das funktioniert, soll in einer Konzeptionsphase geklärt werden, wofür die Stadträte 340 000 Euro bewilligten, die zum allergrößten Teil förderfähig sind. Die Ergebnisse werden dieses Jahr vorliegen, erläuterte Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier: „Dann muss Mitte 2020 ein Grundsatzbeschluss gefällt werden.“

„Nicht verzetteln“

Doch Klaus Martin wäre es lieber, wenn sich die Stadtverwaltung dieses Jahr auf ein Großprojekt konzentrieren würde. Das sollte aus seiner Sicht die zivile Nutzung des früheren Kasernengeländes Mangin sein, das sich jetzt Oberer Brühl nennt. Ansonsten sieht er die Gefahr, dass „wir uns verzetteln“. Er verweist auch darauf, dass für die Planungen des Museumsquartiers zum Beispiel Kapazitäten des Amts für Gebäudewirtschaft und Hochbau benötigt werden. Er vermutete, dass die Ideen für das Museumsquartier schon viel weiter sein könnten, als es dem Gemeinderat bekannt sei. So wurde bei der Klausursitzung ein Flyer verteilt, der den Eindruck erwecke, als ob die Einweihung bevor stünde.

Erst Anträge stellen

Doch nicht nur das Museumsquartier war beim Haushaltsplan ein Thema. Dass die Stadtverwaltung ein Sommerfestival mit 30 000 Euro und das Vereinsfest „Neun am Münster„ mit immerhin noch 8000 Euro fördern will, wunderte den einen oder anderen Volksvertreter deswegen, weil im Ausschuss oder Gemeinderat nie über grundsätzliche Anträge zu diesen Veranstaltungen abgestimmt wurde, wie beispielsweise der Sprecher der Grünen, Joachim von Mirbach, ausführte. Das werde aber noch geschehen, versprach Oberbürgermeister Jürgen Roth. Stimmen die Stadträte zu, liege das Geld vor, lehnen sie ab, sei es übrig.

Erstmals Anfrage

Die Vereine stellten zum ersten Mal die Anfrage auf einen Zuschuss, vor allem weil sich die Kosten für Sicherheit und Reinigung zuletzt kontinuierlich erhöhten, erklärte Dobmeier. Das sei ähnlich wie bei der Kulturnacht. Zudem müssen die Kosten für Strom und Wasser abgedeckt werden.