Die Stadtharmonie Villingen bewegte sich bei ihrem Jahreskonzert „Zwischen den Welten“. Das thematisch zusammen gestellte Programm bot den Zuhörern im Franziskaner Konzerthaus jede Menge musikalische und visuelle Überraschungen.

Die Stadtharmonie liefert im Franziskaner Konzerthaus ein beeindruckendes Jahreskonzert ab. Das Orchester schwebt dabei musikalisch zwischen den Welten.
Die Stadtharmonie liefert im Franziskaner Konzerthaus ein beeindruckendes Jahreskonzert ab. Das Orchester schwebt dabei musikalisch zwischen den Welten. | Bild: Sprich, Roland

Neugierde wecken mit ihren Konzertmottos ist die Spezialität der Stadtharmonie. Das Konzept geht auf. Das zahlreiche Publikum, die Veranstalter sprachen von einem neuen Besucherrekord, wollte sich davon überzeugen, wie sich das Orchester zwischen den Welten bewegt. Wie der Bindestrich zwischen Villingen und Schwenningen bis heute zwischen zwei Welten schwebe, so formulierte es Moderator Henry Greif, wählten die Dirigenten des Hauptorchesters und der Jugendkapelle, Mario Mosbacher und Benno Kilzer, Arrangements, die das Motto auf ungewöhnliche Weise transportierten.

Die Jugendkapelle unter der Leitung von Benno Kilzer präsentiert sich auf musikalisch ebenfalls sehr hohen Niveau.
Die Jugendkapelle unter der Leitung von Benno Kilzer präsentiert sich auf musikalisch ebenfalls sehr hohen Niveau. | Bild: Sprich, Roland

Die Jugendkapelle tauchte in die Mythologie um die hawaiianische Vulkangöttin Pele ein. Witziger Einfall von Jungmoderator Niklas Klein, der angesichts des Namens Pele in der Anmoderation zunächst zu einer Biografie über den gleichnamigen brasilianischen Fußballstar ansetzte, ehe er vehement von Dirigent Benno Kilzer unterbrochen wurde. Mit der Sage um das tote Moos, dem das Örtchen Todtmoos seinen Namen verdankt, intonierte die Jugendkapelle eine weitere mystische Geschichte. Wer kennt nicht die Geschichte von Tarzan, der zwischen den Kulturen aufwächst. Disneys Musical mit Musik von Phil Collins animierte die Jugendkapelle für ihr Finale. Dabei legte das Werk die Besonderheit an den Tag, dass die Version für Blasorchester von dem Villinger Matthias Bucher stammt. „Dieses Arrangement ist fantastisch“, zollte Dirigent Benno Kilzer dem Arrangeur, der im Publikum saß, seine Anerkennung. Als Gäste sangen Patrizia Scheller, Tina Zotzmann und Marcus Göttler einige der Melodien. Und legten mit Melodien aus „Die Eiskönigin“ noch eine gefeierte Zugabe obendrauf.

Tosender Beifall des Publikums

Das Große Orchester der Stadtharmonie begann seinen musikalischen Streifzug zwischen den Welten im Reich der Inkas. Um einen Schwenk nach Spanien zu machen, wo bei „Paconchita“ mit Elementen aus dem Mittelalter und spanischer Folklore wiederum zwei Welten zusammenkamen. Mit einer sinfonischen Suite aus dem Piratenspektakel „Fluch der Karibik„ segelte das Orchester an das Ende der Welt. Um Augenblicke später mit einem Medley der bekanntesten Hits der Rockgruppen Queen und Genesis wie „Radio Gaga“, und „That‘s all“ weitere Gegensätze musikalisch zu verbinden.

Vor vollem Konzerthaus spielt die Stadtharmonie. Die Veranstalter sprechen von einem neuen Besucherrekord.
Vor vollem Konzerthaus spielt die Stadtharmonie. Die Veranstalter sprechen von einem neuen Besucherrekord. | Bild: Sprich, Roland

Am Ende zollte das Publikum der musikalischen Leistung den tosenden Beifall, den die zusammen 100 Musiker der beiden Orchester für das grandiose Konzert verdient haben für deren „unermessliche Arbeit, damit es ganz selbstverständlich aussieht“, wie Henry Greif es formulierte. Am Ende verabschiedete sich die Stadtharmonie mit dem von Musikern aus eigenen Reihen gesungenen Vaterunser – in Kisuaheli.