Das ist mal ein wirklich schwerer Schwertransport: Satte 77 Tonnen wiegt der neue Transformator für das Umspannwerk beim Schwenninger Moos, der jetzt angeliefert wurde. Transport und Installation solcher großen Teile ist absolute Experten-Sache, zumal dieser Trafo auch noch aus Italien kommt. Genauer gesagt aus Moncelice in der Region Padua, Sitz des Herstellers ABB. 

Die tonnenschwere Last drückt den Reifen des Transportfahrzeugs in die Erde. | Bild: Hans Jürgen Götz

Spezialtransporte dieser Art können nur bei Nacht fahren, weil wegen der Übermaße und des großen Gewichtes zum Teil Straßen und Brücken gesperrt werden müssen. So war das Team für die Fahrt von Italien bis Schwenningen drei Nächte unterwegs. Die Route ging dabei auch durch den Gotthart-Tunnel in der Schweiz.

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Die erste von drei Kurven, die der Transport auf der engen Straße rückwärts bis zur Baustelle bewältigen muss. Bilder: Hansjürgen Götz
Nur Die erste von drei Kurven, die der Transport auf der engen Straße rückwärts bis zur Baustelle bewältigen muss. Bilder: Hansjürgen Götz

3,5 Millionen Euro investieren die Netze BW und die Stadtwerke VS in den Ausbau des Umspannwerkes Moos in Schwenningen. Dieses Umspannwerk stellt den Übergabepunkt zwischen dem Strom-Lieferanten EnBW und dem Stromverteiler, den Stadtwerken VS, dar. Vom gemeinsamen Betrieb und Ausbau dieser Anlage versprechen sich beide Betreiber Kostenvorteile. 

Vor allem geht es aber um die Versorgungssicherheit. Neben dem Umspannwerk im Schwenninger Osten ist das Umspannwerk Moos die zweite Anlage, die schon seit dem Jahre 1970 in Betrieb ist. 2004 wurde das Stromnetz der Stadt von den Stadtwerken gekauft und seither betrieben. In diesen Umspannwerken wird der Strom von 110 000 Volt auf 20 000 Volt herunter transformiert und von dort in die nachgelagerten 120 Ortsnetzstationen verteilt. Erst dort werden sie dann ein weiteres mal auf 400/230 Volt herunter transformiert, also genau zu dem Strom, der in den Haushalten aus der Steckdose kommt.

Da is das Ding: Der Trafo wird in Handarbeit mittels Seilzügen auf seine finale Position manövriert. | Bild: Hans Jürgen Götz

„Eigentlich reicht uns ein Transformator“, so Daniel Dörflinger, der zuständige Projektleiter der Stadtwerke VS. „Aber hier geht es neben einer Modernisierung der gesamten Anlage vorrangig auch um die Erhöhung der Ausfallsicherheit“. So kann im Störungsfall in sekundenschnelle von einem Transformator zum anderen umgeschaltet werden. Selbst bei Blitzeinschlägen regelt die Anlage die Stromverteilung innerhalb von unter einer Sekunde. Überhaupt wird die gesamte Anlage durch viel Messtechnik im Betriebsgebäude ständig überwacht und ferngesteuert. Im Trafo selbst befinden sich unter anderem alleine 14 Tonnen Öl zu Kühlung. Und da sich die Anlage Moos mitten in einem Wasserschutzgebiet befindet, müssen natürlich extra dafür zusätzliche Sicherungsmaßnahmen getroffen werden. Speziell das Fundament muss mit einer großen Auffangwanne ausgestattet sein, falls es zu einem Leck kommen sollte.

Bild: Hans Jürgen Götz

Nach dem nächtlichen 650 Kilometern Alpentransit war zunächst einmal Feinarbeit angesagt. Das Transport-Team musste die 77-Tonnen-Last rückwärts um drei enge Kurven bis zum Fundament auf der Baustelle manövrieren. Viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Können sind hier gefragt. Und nachdem die Zugmaschine mit 640 PS den Trafo an seinem endgültigen Bestimmungsort hatte, vertraute man zu guter Letzt auf bewährte Handarbeit. Innerhalb von 30 Minuten zogen zwei Monteure mittels Seilzügen den schweren Trafo auf seine finale Position. 

Video: Hans Jürgen Götz