"Oh du fröhliche Weihnachtszeit, bald ist es mit dir wieder soweit", spricht Timo Kammerer aus Villingen in die SÜDKURIER-Kamera. Drei Minuten und 31 Sekunden später schließt er seinen selbst geschriebenen Poesie-Vortrag rund um das Thema Weihnachten mit den Worten: "Dass meine handgemachten Socken Omas Füße wärmen."  Wie der 24-Jährige von der fröhlichen Weihnachtszeit, über Geschenke, Glühwein und den Weihnachtsmarkt hin zu den gestrickten Socken für seine Oma gelangt, können Sie sich im folgenden Video anschauen.    

Video: Jens Fröhlich

Erzieher, Vertriebler, Reporter und Dichter

Timo Kammerer ist eigentlich Erzieher von Beruf, hat sich nach seiner Ausbildung aber schnell selbstständig gemacht und ist in den Vertrieb gewechselt. Produkte und sich selbst zu präsentieren, das wurde ihm in die Wiege gelegt. Derzeit ist er als Reporter für den SÜDKURIER im Einsatz, schreibt Berichte, führt Interviews und fotografiert.

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Das alles kommt ihm auch bei einem seiner Hobbys zu Gute. Neben Kampfsport und Überlebenstraining in der Natur verfasst er gerne eigene Texte. Die trägt er bei sogenannten Poetry Slams - übersetzt Poesiewettstreit, oder Dichterwettstreit - vor. Am Ende entscheidet das Publikum, welcher Wortakrobat die Nase vorne hat. Dieses Veranstaltungsformat macht in den letzten Jahren auch in der Region Schwarzwald-Baar Karriere, zum Beispiel im Jugendhaus K3, im Theater am Turm, oder auch in der Schwenninger Stadtbibliothek. Ähnliche Veranstaltungen gibt es in St. Georgen und Donaueschingen.  

Von der Idee zum Poesievortrag

"Ich präsentiere mich und meine Texte gerne", erzählt Timo Kammerer, der in Villingen die Karl-Brachat Realschule besucht hat. "Wenn ein Vortrag dann noch gut bei den Zuhörern ankommt, ist man schon ein wenig stolz. Das ist eine tolle Erfahrung und ein Erfolgserlebnis." Die Ideen für seine Beiträge findet der 24-Jährige meist spontan.

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"Ich höre im Alltag manchmal einen Satz, der irgendwie hängen bleibt", erzählt er.  Daraus entwickelt sich nach und nach ein Thema. Erst dann macht er sich ans Schreiben. Das geht aber nur dann, wenn er gerade Muse hat. Ruhe und eine gemütliche Atmosphäre wirken dabei förderlich.  

Die Körperprache ist wichtig

"Beim Poetry-Slam geht es nicht nur um den Text selbst, sondern auch darum, wie ihn der Redner vorträgt", erklärt Kammerer. Jeder Teilnehmer habe da einen ganz eigenen Stil. "Ich inszeniere auf der Bühne gerne einen Hauch Arroganz und Selbstüberschätzung." Seinen Schreibstil beschreibt er darauf aufbauend mit zynisch, etwas verrückt und verwegen.

Poetry Slammer Timo Kammerer aus Villingen posiert vor der SÜDKURIER-Wand.
Poetry Slammer Timo Kammerer aus Villingen posiert vor der SÜDKURIER-Wand. | Bild: Jens Fröhlich

Offenbar kommt diese Mischung auch beim Publikum gut an. Gleich bei seiner Bühnenpremiere im Oktober im K3 habe er den zweiten Platz erreicht. Daher strebt der 24-Jährige neben einem Studium der Wirtschaftspsychologie auch weitere Auftritte bei Poetry-Slams an.

Tipps für Einsteiger

Für Neueinsteiger hat er folgend Tipps: Man sollte sich auf keinen Fall verstellen und einen individuellen Stil entwickeln.  Beim Verfassen der Texte helfe es, wenn man für sich selber schreibe. "Ich achte dann immer darauf, dass die Zuhörer meine Worte stets gut nachvollziehen können", so Kammerer. Inspirationen können sich Einsteiger in unzähligen Internetvideos holen, die andere Poetry-Slammer zum Beispiel bei Youtube veröffentlicht haben.

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Machen Sie mit!

Wir würden hier gerne weitere talentierte Poetry-Slammer aus der Region vorstellen und ihre Beiträge im Video zeigen. Sie schreiben ebenfalls gerne Texte und suchen noch nach einer Plattform, diese vor einem großen Publikum vorzutragen? Dann schreiben Sie uns an per Email an: villingen.online@suedkurier.de 

Alle weiteren Folgen dieser losen Serie veröffentlichen wir auf unserer Internetseite www.suedkurier.de