Das Cafe Marie in der Marie-Curie-Straße ist jetzt fünf Jahre alt und die Tagespflege in der Roten Gasse gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren. Dies nimmt man in den beiden vom Caritasverband Schwarzwald-Baar betriebenen Tagespflegestellen für Senioren im Stadtbezirk Villingen gerne zum Anlass, Bilanz zu ziehen.

"Wir werden gerne besucht und unsere Gäste fühlen sich bestens aufgehoben und betreut", sagt Bettina Reichert-Kunde, Leiterin in der Marie-Curie-Straße. Die Leitung der Tagespflege an der Roten Gasse liegt in den Händen von Christa Kunzelmann. Mittlerweile seien beide Tagespflegestätten gut ausgelastet.

Nach dem gemeinsamen Frühstück steht die tägliche Lektüre der Tageszeitung an. Die Gäste in der Roten Gasse freuen sich jedes Mal und sind meist gespannt auf die neusten Nachrichten.
Nach dem gemeinsamen Frühstück steht die tägliche Lektüre der Tageszeitung an. Die Gäste in der Roten Gasse freuen sich jedes Mal und sind meist gespannt auf die neusten Nachrichten.

Einer der Seniorinnen, die fast täglich die Tagespflege in der Roten Gasse besuchen, ist die 83-jährige Brigitte R., die an vier Tagen in der Woche die Betreuung genießt. Nur am Mutter-Tochter-Tag, den die beiden auf den Donnerstag gelegt haben, kommt sie nicht. Ansonsten steht Brigitte R. bereits am frühen Morgen am Fenster ihrer kleinen Wohnung und wartet auf den "Roten Blitz" der Caritas. Der "Rote Blitz", das ist eines von sechs Fahrzeugen, mit denen die Gäste des Café Marie und des Tagesstüble rechtzeitig zum Frühstück in den Betreuungsstätten eintreffen. Und dafür, dass die kleinen Busse immer pünktlich sind, dafür sorgen die insgesamt 20 ehrenamtlichen Fahrer, die sich in verschiedenen Schichten abwechseln.

Nach dem gemeinsamen Frühstück beginnt für Brigitte R. ein ausgefüllter Tag. Zuallererst sorgt die Seniorin dafür, dass es den vielen Pflanzen in der Tagespflege gut geht. Die Aufgabe zur Pflege der Blumen und Gestecke habe die alte Dame freiwillig übernommen, erklärt Christa Wintermantel, die stellvertretende Leiterin. Und diese Tätigkeit gehöre ebenso zur Tagesstruktur von Brigitte R. wie das gemeinsame Lesen der Tageszeitung, das Bewegungsprogramm am Nachmittag oder das beliebte Gedächtnistraining. Ruhezeiten gönnt sich Brigitte R. ungern, hat sie doch mit der Versorgung der frisch gewaschenen Wäsche noch einen zweiten Job angenommen. Und auch dieser ist der gebürtigen Villingerin wichtig.

Michael Sommer ist als ehrenamtlicher Fahrer für den Caritasverband unterwegs und sorgt dafür, dass die Gäste des Cafe Marie und der Tagespflege in der Roten Gasse wie hier die Seniorin Ida Pasch rechtzeitig zum Frühstück vor Ort sind.
Michael Sommer ist als ehrenamtlicher Fahrer für den Caritasverband unterwegs und sorgt dafür, dass die Gäste des Cafe Marie und der Tagespflege in der Roten Gasse wie hier die Seniorin Ida Pasch rechtzeitig zum Frühstück vor Ort sind.

Das Gefühl, gebraucht zu werden, sei auch bei Menschen, die unter Demenz leiden, sehr wichtig, erklärt Christa Kunzelmann. Und dieses Gefühl sei für viele der Tagesgäste der wichtigste Grund, das Café Marie oder das Tagesstüble zu besuchen. In aller Regel müsse man sich als Angehöriger auch um die Finanzierung dieser humanen Dienstleistung keine Sorgen machen, erklärt Leiterin Christa Kunzelmann. Oftmals reiche das Pflegegeld schon aus, um den Besuch dieser oder ähnlicher Einrichtungen zu bezahlen. Gerne beraten die Mitarbeiter der beiden Tageseinrichtungen Angehörige in Fragen der Finanzierung. Den Senioren bringe der Besuch Abwechslung ins Leben und den pflegenden Familienangehörigen verschaffe er Verschnaufpausen und echte Entlastung.