Weitere Verärgerungen bei den Busanbindungen waren das Thema der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Weilersbach. Bereits im Dezember wurde bekannt, dass es angesichts des ab Januar geltenden neuen Verkehrskonzepts für den Nahverkehr in VS zu Problemen bei der Schulanbindung kommen werde. Nun häuften sich auch in Weilersbach Beschwerden von Eltern, deren Kinder nur unter großen Schwierigkeiten von Schwenningen aus nach der Schule nach Hause gelangen.

Durchgehend eine Taktung im 30-Minuten-Rhythmus bei den 15 VS-Buslinien war eine der wesentlichen Verbesserungen für den Busverkehr ab dem 1. Januar. Auf ihrer Homepage führt die für den Busverkehr in VS zuständige Verkehrsgemeinschaft Villingen-Schwenningen (VGVS) explizit eine „bessere Anbindung an das Klinikum“ als zusätzlich wichtigste Neuerung auf. Hier liegt auch die Krux für die Weilersbacher Schüler: Ab hier müssen sie auf der Rückreise aus Schwenningen umsteigen.

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Für VS konzipiert die Stadt die Fahrpläne, für die Ortsteile ist die Kreisebene zuständig. Hier kommt es für Weilersbach zu Problemen mit der Linie 36. Mit der Linie 36 aus Obereschach kommend ist eine Direktverbindung nach Schwenningen für die Weilersbacher Schüler ab etwa 6.30 Uhr morgens noch gegeben. Nach Schulschluss fahren die Schüler jedoch zunächst mit der VS-Buslinie 12 bis zum Klinikum und dann über die Linie 36 nach Weilersbach. Offenbar gibt es hier zu bestimmten Zeiten keine Direktverbindung.

Durch die neue Taktung müssten die Schüler bei längeren Wartezeiten auch häufiger Umsteigen. „Wenn ich beispielsweise um 15.20 Uhr als Schüler aus habe, bin ich erst weit nach 16.30 Uhr in Weilersbach„, moniert Ortsvorsteherin Silke Lorke. Betroffen seien auch Schüler der Rudolf-Steiner-Schule.

Insgesamt bemängelte der Rat eine undurchsichtige Fahrplangestaltung. Gelegentlich seien die Busse überfüllt, die Fahrer würden bestimmte Haltestellen für einen Einstieg nicht beachten. Auch sei angesichts mangelnder Informationen innerhalb der Busse unklar, wo es Ausstiegsmöglichkeiten gebe.

Rede und Antwort standen den Ratsmitgliedern Alexander Schmid von der Stadtverwaltung und Frank Fetzer als Leiter des Straßenverkehrsamtes Schwarzwald-Baar. Eine höhere Taktung bringe stets eine höhere Komplexität und und anfängliche „Verwerfungen“ mit sich. Aufgrund des Fachkräftemangels habe man 30 neue Busfahrer hauptsächlich aus dem osteuropäischen Raum anwerben müssen, bei denen es an Sprach- und Ortskenntnisse mangle. Oft müssten für die Fahrer zunächst Deutsch-Kurse an der Volkshochschule finanziert werden. Für Linie 36 laufe die Konzession des aktuellen Betreibers Ende 2021 aus, eventuell könnten dann die Direktverbindungen optimiert werden.