Während am Samstagmorgen im Villinger Feuerwehrhaus noch die letzten Handgriffe für den Tag der Feuerwehr getätigt werden, fährt ein Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn durch das Bickentor in Richtung Latschariplatz. An Bord die Jugendfeuerwehr Villingen. Der Gruppenführer sitzt ab, macht sich ein Bild von der Gefahrenlage.

Die Aufgabe: Löschangriff auf eine brennende Löschwanne. Kurze Einsatzbesprechung und alle wissen, wo ihr Platz war. Schläuche ausrollen, Zubringer- und Löschleitungen am Verteiler anschließen, Wasser marsch und mit zwei Angriffstrupps den Brand löschen. Alles läuft reibungslos, das Feuer in der Wanne ist gelöscht. Applaus gibt es von den zahlreichen Zuschauer, und Lob vom Ehrenkommandanten Klaus Rappenegger, der die Übung moderierte. Es war der Auftakt zum zweitägigen Tag der Feuerwehr Villingen.

"Was sie heute erleben werden, haben sie bestimmt noch nie gesehen", sagt Rappenegger bei der Begrüßung und meinte damit eine Modenschau der Feuerwehr. "Die Männer unten ihnen muss ich leider enttäuschen, denn sie werden keine Models sehen, sondern Feuerwehrkammeraden in ihren unterschiedlichen Schutzanzügen."

Neben der Uniform und den Einsatzanzügen wurden auch Spezialausrüstungen für Chemieunfälle, Höhenrettung, Eiswassereinsätze und ein feuerfester Schutzanzug vorgestellt. "Ich wünsche ihnen und uns, dass wir diesen Mann nie bei einem Einsatz sehen werden", sagt Rappenegger, als er einen Feuerwehrkamerad in einem Kontaminationsschutzanzug und einer Teleskopstange mit einem Strahlenmessgerät vorstellte. Dieser Anzug werde von Feuerwehr- und Katastrophenschutzeinheiten bei Einsätzen mit radioaktivem Material verwendet, erklärt Rappenegger.

Am Samstagmittag wird die Übung der Jugendfeuerwehr, sowie die Modenschau nochmals vor dem Feuerwehrhaus gezeigt. Gerade als ein Feuerwehrmann sich im feuerfesten Anzug präsentiert, fährt mit Martinshorn und Blaulicht ein Einsatzfahrzeug vor das Feuerwehrhaus. Schwerer Verkehrsunfall und verletzte Personen sind noch im Fahrzeug eingeklemmt, so lautet der Einsatzruf.

Während zwei Mann die Scheiben des Autos mit Gewebeband abklebten, wurden die Hydraulikleitung für Spreizer und Schere vorbereitet. "Die Scheiben werden abgeklebt, damit sie beim Herausnehmen nicht splittern", erklärt Rappenegger die Übung. Nachdem die Scheiben entfernt sind, werden die Säulen des Wagens durchtrennt und das Dach kann zur Rettung der Insassen abgehoben werden.

Höhepunkt für die Kinder beim Tag der Feuerwehr war natürlich die Fahrt in einem echten Feuerwehrauto. Gleich zwei Fahrzeuge wurden dazu bereitgestellt. "Sieben Kinder pro Fahrt dürfen mitfahren, mehr sind nicht erlaubt und es müssen Kindersitze beziehungsweise Sitzerhöhungen vorhanden sein. So lautet die Vorschrift", erklärt Ralf Hofmann, stellvertretender Gesamtfeuerwehrkommandant. Dann die neun Meter lange Rutsche, die vom Schlauchturm nach unten führt. Sie war vielen Erwachsenen noch aus ihrer Kinderzeit bekannt.

Um 1978 wurde sie speziell für das Feuerwehrfest vom Schmiedemeister Hans Stern gebaut. Zwischen den Bänken sah man die Kinder mit einem Kinderfeuerwehrhelm herumrennen, den es bei der Jugendfeuerwehr gab. Dort durften sie mit Schlauch, Spritze und Helm auf ein offenes Fenster einer Hausattrappe zielen und kamen so dem Traum, einmal Feuerwehrmann zu sein, ein Stückchen näher.