VS-Villingen – Alles begann bei einer Sitzung der Ganztagesschulen der Stadt. Die Schulleitungen stellten sich die Frage, wie man den Kindern die vielen kulturellen Angebote in VS näher bringen könnte. Aus vielen Ideen und in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt entstand dann das Pilotprojekt "Kumfi – Kultur macht fit". Jetzt war Abschluss des Pilotprojekts. Es war so erfolgreich, dass es nun in Serie gehen soll.

Das Känguru "Kumfi" ist als Maskottchen mit den Kindern in Sachen Kultur unterwegs. Die Zweitklässler der Golden-Bühl-Schule, Haslachschule, Südstadtschule Villingen und der Gartenschule Schwenningen besuchten sechs kulturelle Einrichtungen im Stadtgebiet. Bevor es ins Franziskanermuseum, zur Musikakademie, ins Konzert, in die Stadtbibliothek, ins Heimat- und Uhrenmuseum und ins Theater am Ring ging, wurden die Kinder in jeweils zwei Unterrichtsstunden auf den Besuch vorbereitet.

"Wir hatten von jeder Einrichtung jemanden im Unterricht, um den Kindern zu erklären, warum die kulturellen Veranstaltungen etwas Besonderes sind", erzählt Erika Götz, Schulleiterin der Südstadtschule. Wie man Musikinstrumente zum Klingen bringt und wie daraus ein Konzert entsteht, sei eine der Fragestellungen gewesen. Am Ende stand ein Konzertbesuch, ein echtes Erlebnis für die Kinder.

"Die Kinder haben auch gelernt, warum man im Theater still sein muss", berichtet Chirsten Henschen, freie Mitarbeiterin im Kulturamt. Dass das klappt, haben die Zweitklässler bei der Abschlussveranstaltung im Theater am Ring unter Beweis gestellt. Diszipliniert und ruhig haben 200 Kinder das Theaterstück "Der Räuber Hotzenplotz" verfolgt. Denn sie wussten ja nun: Wenn es im Publikum unruhig ist, können sich die Schauspieler nicht konzentrieren.

Neben dem Kulturführerschein gab es für alle Kinder ein Kumfi-T-Shirt als Erinnerung an ein erfolgreiches Projekt. "Die einjährige Versuchsphase ist super verlaufen", so Erika Götz. Auch 2019 wird es wieder Geld für das Projekt geben, freut sich die Schulleiterin. Kultur koste nun mal Geld, so Götz. "Mit Sponsorengeldern und dem Eigenanteil der Kinder konnten wir das Projekt finanzieren", sagt Götz.

Pläne für die Zukunft gibt es schon. "Wir machen uns derzeit Gedanken, ob wir das kulturelle Angebot um das Gucklochkino und die städtische Galerie erweitern", erklärt Erika Götz außerdem.