VS-Rietheim – Der Ärger über die Verkehrsführung aufgrund der Straßensanierung in Rietheim nimmt kein Ende. Nach einer Aufklärungsaktion vor Ort haben Mitarbeiter des Ordnungsamtes am Dienstag und Mittwoch begonnen, die alte Villinger Straße mit einem Radarmessgerät zu überwachen. Das sorgte bei vielen Autofahrern für reichlich Unmut.

Mit dieser Anlage kontrolliert die Verwaltung, wer die Straße trotz Verbot befährt.
Mit dieser Anlage kontrolliert die Verwaltung, wer die Straße trotz Verbot befährt.

Während der Verkehr nach Villingen über Pfaffenweiler umgeleitet wird, dürfen auf der alten Villinger Straße nur Busse verkehren. Viele Fahrer hielten aber nicht an die Sperrung, wollten keinen Umweg in Kauf nehmen, bis heute. Von Wegelagerei und Abzocke ist die Rede.

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  • Kontrollen: Madlen Falke, Sprecherin der Stadtverwaltung, teilt nun auf SÜDKURIER-Nachfrage mit, dass bei drei Messungen insgesamt 490 Fahrzeuge erfasst wurden. Das bedeutet aber nicht, dass alle mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. Vielmehr habe das Gerät alle Autofahrer „geblitzt“, die hier während der Messungen verbotswidrig unterwegs waren. Für diesen Verstoß müssen sie nun ein Bußgeld bezahlen. Autofahrer, die zudem schneller als die erlaubten 20 Stundenkilometer fuhren, erhalten ein weiteres „Knöllchen“. Wie viele Autofahrer zu schnell waren, ist noch nicht bekannt. Die Messungen müssten erst noch ausgewertet werden.
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  • Diskussion um Straßenbreite: Der SÜDKURIER hatte berichtet, dass die Straße 4,50 Meter breit ist und aus Sicherheitsgründen nicht für den Umleitungsverkehr geeignet ist. Dies hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt. Rietheimer Bürger konnten das nicht glauben und nahmen am Donnerstag lieber selbst Maß. Ihr Messergebnis: 5,50 Meter.
Alfons Moser überprüft am Donnerstag die Angaben der Verwaltung zur Straßenbreite der alten Villinger Straße. Bilder: Rüdiger Fein
Alfons Moser überprüft am Donnerstag die Angaben der Verwaltung zur Straßenbreite der alten Villinger Straße. Bilder: Rüdiger Fein
  • „Das Stimmt“, sagt Madle Falke. „Jedoch nur im Bereich des Ortsausganges“, fügt sie hinzu. In der Mitte seien es nur noch 5,10 Meter, bei der Einmündung in die Kreisstraße 4,50 Meter, so die Sprecherin. An der Verkehrsführung wird die Messung der Bürger wohl nichts mehr ändern. „Wir müssen die Sicherheit von Schülern, Radfahrern und auch Fußgängern gewährleisten“, so Falke. Bereits im Vorfeld seien alle Möglichkeiten geprüft worden. Eine andere Lösung sei leider nicht möglich. „Wir erhalten neben kritischen Stimmen auch viele positive Rückmeldungen.“ Diese Bürger seien froh, dass Sicherheit im Vordergrund stehe.
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  • Kritik der Anwohner: Neben der Straßenbreite der alten Villinger Straße haben Alfons Moser und Arnold Emminger auch den Überruckweg vermessen und kamen auf 4,40 Meter. Das sei noch enger als die alte Villinger Straße, kritisieren sie. Trotzdem sei hier über Wochen hinweg der Durchgangsverkehr umgeleitet worden.
Auch im Überruckweg messen Alfons Moser und Arnold Emminger (von links) nach. Hier ist die Straße ihren Angaben zufolge nur 4,40 Meter breit. Bilder: Rüdiger Fein
Auch im Überruckweg messen Alfons Moser und Arnold Emminger (von links) nach. Hier ist die Straße ihren Angaben zufolge nur 4,40 Meter breit. Bilder: Rüdiger Fein
  • Warum das auf der alten Villinger Straße nicht funktioniere, können sie daher nicht verstehen. Auch Michael Käfer ist dieser Meinung. Er wohnt in der Lohrstraße und hätte sich mehr Aufklärung und Beteiligung im Vorfeld gewünscht.
  • Schäden melden: Oberbürgermeister Jügern Roth hat in einer Ausschusssitzung am Mittwoch den Anwohnern angeboten, sich zu melden, sollten durch den Umleitungsverkehr der letzten Monate Schäden auf ihren Grundstücken verursacht worden sein.
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