Nach Informationen des SÜDKURIER betrat der 48-jährige, polizeibekannte Mann am späten Donnerstagnachmittag die Metzgerei an der Oberen Straße und bedrohte unvermittelt die Verkäuferin hinter dem Verkaufstresen. „Dich krieg ich, wenn du hier raus kommst, dich bring ich um“, soll der Mann gesagt haben und bei diesen Worten ein Messer in die Höhe gehalten haben.

Blutspuren auf dem Straßenpflaster vor der Metzgerei.
Blutspuren auf dem Straßenpflaster vor der Metzgerei. | Bild: Fröhlich, Jens

Offensichtlich hatte sich der Mann schon vor dem Betreten der Metzgerei an dem mitgeführten Messer verletzt. Denn die Waffe entglitt dem Angreifer in dem Moment, in dem er den Arm hob – ob der Mann sie absichtlich zu Boden warf, ist unklar. Fest steht: Der Mann blutete stark, als die einzige Kundin im Verkaufsraum an ihm vorbei auf die Straße rannte, um Hilfe zu rufen.

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Die Frau stieß direkt vor dem Geschäft auf einen Polizeistreife, die bereits auf der Suche nach dem Mann war. Denn bei seinem Gang durch die Stadt hatte der 48-Jährige bereits zuvor Passanten beleidigt und mit seinem Messer bedroht. Zu tatsächlichen körperlichen Angriffen kam es dabei jedoch nicht, niemand wurde auf der Straße verletzt, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen auf Anfrage des SÜDKURIER.

Der Messer-Angriff ereignet sich am späten Donnerstagnachmittag in der Villinger Fußgängerzone, viele Passanten werden Zeugen.
Der Messer-Angriff ereignet sich am späten Donnerstagnachmittag in der Villinger Fußgängerzone, viele Passanten werden Zeugen. | Bild: Fröhlich, Jens

Insgesamt sieben Beamten gelang es schließlich, den sich berserkerhaft wehrenden Mann vor der Metzgerei zu Boden zu ringen, zu entwaffnen und festzunehmen. Der Angreifer hatte den Verkaufsraum verlassen, nachdem sich nach der Kundin auch die zu Tode erschrockene Verkäuferin im hinteren Bereich der Metzgerei in Sicherheit gebracht hatte. Blutspuren im Verkaufsraum der Metzgerei und auf dem Pflaster der Oberen Straße zeugten am Abend von dem Drama.

Blick in die Obere Straße.
Blick in die Obere Straße. | Bild: Fröhlich, Jens

Wenige Minuten nach dem Angriff zeigte sich die 43-jährige Metzgerei-Angestellte sichtlich geschockt von dem Geschehen. „So etwas ist mir in meiner ganzen Berufslaufbahn noch nicht passiert“, so die Frau, die den Angreifer nach eigenen Worten von früheren Besuchen in dem Geschäft vom Sehen her kennt. Nach ihren Worten hatte der Mann sich an den Verkaufstresen gelehnt, unvermittelt seine Todesdrohung ausgestoßen und seine Klinge gezückt. „Ich hatte natürlich große Angst, denn man kann um den Verkaufstresen herum gelangen. Deshalb bin ich nach hinten, als die Kundin aus dem Geschäft gerannt ist“, so die Verkäuferin.

Ein Polizeiwagen in der Rietstraße. Der Täter wurde bereits gesucht.
Ein Polizeiwagen in der Rietstraße. Der Täter wurde bereits gesucht. | Bild: Fröhlich, Jens

Noch ist unklar, wie schwer die Verletzungen sind, die sich der Angreifer mutmaßlich selbst beigebracht hat. Nachdem seine Wunden versorgt waren, wurde der Mann in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.