Denn Abend für Abend bietet sich das gleiche Bild: Heerscharen – keine Übertreibung! - von chinesischen, japanischen und sonstigen weit gereisten Touristen irren durch die Stadt und wissen nicht, wo sie noch ein gut-badisches Pils oder ein Schorle oder ein meinetwegen ein Guinness bekommen.



Denn vom Franziskaner her, wo die Herrschaften meist ihre Tour starten, führt sie zwar das Lichtermeer der längst geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte schnurstracks durch Obere, Niedere und Bickenstraße – aber nirgends findet sich auch nur der kleinste Hinweis auf die größte nächtliche Villinger Attraktion: die Färberstraße.

Die Kneipenmeile kommt in der ganzen Stadt-Beschilderung nirgendwo vor – und dabei irrt allabendlich ein gewaltiges Kundenpotenzial durch die Stadt auf der beinahe schon verzweifelten Suche nach einer gemütlichen Bleibe mit Zapf-Garantie. Schließlich haben auch Herr Li oder Frau Wang Durst und sehnen sich nach etwas Heimeligkeit, wenn sie nur endlich ihren Koffer aus dem Bus gezerrt und ordentlich in ihrem Hotelzimmer gebunkert haben.

Also, liebe Wirte, liebe Wirtschaftsförderung: Rauft Euch zusammen und schildert den Weg zu den Tresen in der Färberstraße endlich ordentlich aus – auf Mandarin, auf Japanisch, auf Englisch, auf was weiß ich.

Schließlich hängt bei jedem Hecken- oder Hallenfest unübersehbar ein Banner zwischen Grieshaber und Betten-Gebers. Da wird’s ja wohl möglich sein, mindestens ebenso groß die asiatische Kundschaft auf die Verlockungen der Färberstraße aufmerksam zu machen.

Prost.