Ein zweites arbeitsreiches Jahr für den Arbeitskreis Asyl Schwenningen geht seit seinen Gründungstagen 2014 zu Ende. Zeit für die ehrenamtlich Arbeitenden, bei einem Helferfest und bestem Sommerwetter auszuspannen. Doch wer übernimmt die Bewirtung? Da kommt eigentlich nur die Herrenriege der Lionsclubs von Villingen und Schwenningen in Frage.

Für einen Nachmittag lang schlüpfen sieben Mitglieder der Lions in Schürzen und spielen sowohl Grillmeister als auch Kellner für die erschöpften Ehrenamtlichen. "We serve" ist das eigentliche Credo der Lions. "Wir servieren, so haben wir unseren Wahlspruch für heute nachmittag mal etwas eigenwillig eingedeutscht", erklärt Mitglied Robert Göhring lachend. Serviert wird dabei in malerischer Kulisse im Schatten der Bäume im idyllischen Garten der evangelisch-methodistischen Kirche in Schwenningen.

Dabei tummelten sich unter den Lions illustre Gestalten aus Privatwirtschaft und Verwaltung der Doppelstadt. Zu erspähen waren beispielsweise Markus Piro vom Orthopädie und Vitalzentrum Piro und der stellvertretende Forstamtsleiter Roland Brauner. "Wir wollen mit unserer Bedienung hier einfach unsere Wertschätzung für die wertvolle Arbeit mit Flüchtlingen des Arbeitskreises Asyl zum Ausdruck bringen, die Verpflegung geht selbstredend auf uns", erklärt Lionsmitglied Hannes Bürner. Die Arbeit mit Flüchtlingen ist den Lions nicht fremd. Die Clubs von Villingen und Schwenningen organisieren in Kooperation bei ihrer Freizeitwerkstatt sinnvolle Aktivitäten für Kinder und Flüchtlinge.

Im Arbeitskreis Asyl Schwenningen, organisiert unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Schwenningen, sind mittlerweile etwa 200 ehrenamtliche Personen mit der Unterstützung und Hilfestellung für Flüchtlinge beschäftigt. Zu Gründerzeiten im Jahre 2014 startete man mit eben mal 40 Bereitwilligen. Als hauptamtlich Angestellte koordiniert Evelyn Preuß vom Diakonie-Projekt Flüchtlingshilfe die zahlreichen Projekte, aber auch Schulungen und Workshops für die Ehrenamtlichen.

Das Arsenal des Arbeitskreises ist unter anderem mit Sprachlehrern, Paten für Familien, Sprechcafés und der Schreibstube der Diakonie klar auf Bildung und Integration gepolt. "Die turbulenten Anfangszeiten mit vier Quadratmetern Wohnraum pro Asylbewerber sind weitgehend vorbei. Das Meistern des Alltags steht jetzt im Vordergrund", so Reinhold Hummel, Geschäftsführer der diakonischen Beratungsstelle.

Aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Alleenstraße wurden schon Kinder der dort seinerzeit untergebrachten syrischen Familien eingeschult. Es sind erste Arbeits- und Ausbildungsverträge mit Asylbewerbern entstanden. Das Entstehen der Gemeinschaftsunterkunft war damals der Anlass, den Arbeitskreis zu gründen. Man dürfe sich jedoch auch keinen Illusionen hingeben, für sehr viele Asylbewerber sei der Weg in die Gesellschaft, nicht zuletzt auch wegen Analphabetismus, noch sehr weit.

Lions

Die Serviceclubs der Lions von Villingen und Schwenningen punkten regelmäßig mit Erfolgen für den guten Zweck. Der Schwenninger Club hat auf der langen Kulturnacht Schwenningen über eine Tonne Bücher auf seinem Flohmarkt verkauft, der Erlös fließt in die Leseförderung. Der Villinger Club plant momentan sein 13. Weinfest, das am 30. Juli auf dem Villinger Marktplatz, ab 10 Uhr stattfindet. Der Erlös kommt diesmal der Tafel VS zugute. (häm)