In Rietheim soll ein neues Baugebiet erschlossen werden. Viele junge Familien warten schon lange darauf. Was die Stadt aber nun plant, ist sowohl ökologisch als auch dorfentwicklungspolitisch eine Katastrophe. In direkter Nachbarschaft zum Landschaftsschutzgebiet am Wolfsbach zwischen „Am Wettgraben“ und der Gemeindeverbindungsstraße nach Überauchen, soll ein großes Baugebiet erschlossen werden.

Allen klimapolitischen Diskussionen zum Trotz soll hier ein artenreiches Feuchtgebiet und somit Lebensraum für viele Tiere und Kleinstlebewesen, Bauplätzen zum Opfer fallen. Gebaut kann hier nur werden, wenn die Wiesen durch Aufschüttung und Drainierung trockengelegt werden, da die Wiesen vom Herbst bis ins Frühjahr regelmäßig überschwemmt sind.

Was dies zur Folge hat, liegt auf der Hand: Zum einen wird das Bauen sehr teuer werden, zum anderen wird es am Wolfsbach kein Landschaftsschutzgebiet mehr geben, da die Trockenlegung auch Auswirkungen auf die angrenzenden Wiesen haben wird. Ein Naturraum wird unwiederbringlich zerstört und das, nachdem der Wolfsbach vor Jahren aufwendig renaturiert wurde.

Die Infrastruktur des Dorfes wird der Größe des Baugebiets nicht gewachsen sein. Vor rund 20 Jahren haben wir schon einmal erlebt, was passiert, wenn der Zuzug von Familien zu schnell erfolgt. Rietheimer Kinder mussten auf Kindergärten in Marbach, Pfaffenweiler und Villingen ausweichen, da der örtliche Kindergarten überfüllt war. Für die nachhaltige Entwicklung des Dorfes wäre es wichtig, immer wieder kleinere Baugebiete kostengünstig und umweltverträglich zu erschließen und nicht auf einen Schlag ein riesengroßes.

Anja und Armin Doser, Gertrud und Erich Glatz, VS-Rietheim