Es war Mittwochabend kurz nach Halbsechs in der Villinger Innenstadt. In den Straßencafés herrschte fröhlicher Feierabendbetrieb, während am Horizont dunkle Wolken aufzogen. Dann setzte der Regen ein, "innerhalb von Minuten" so schildert es eine Augenzeugin, sei die untere Niedere Straße unter Wasser gestanden. "Wahre Wassermassen sind da hinruntergekommen", schildert die Dame weiter, der starke Niederschlag habe dann nach einigen Minuten glücklicherweise wieder deutlich nachgelassen.

Sich im Straßencafé nur unter einen Sonnenschirm flüchten, das half hier nicht viel: Die Oberfläche der Straße sei mindestens halbseitig mit Wasser bedeckt gewesen. Die Seite von Wein-Riegger sei komplett mit Wasser bedeckt gewesen, die Amtsgerichtsseite wäre frei geblieben, bestätigt ein Anwohner. Mittlerweile sorgen sich Bürger und Geschäftsleute, dass bei künftigen, womöglich länger anhaltenden Wolkenbrüchen gravierende Schäden entstehen können, wenn das Wasser in einem solchen Fall in die ebenerdigen Geschäftsräume vordringt.

Der heftige Niederschlag prasselt in diesem Stadtabschnitt nieder. Die Abflüsse sind überfordert. Bürger sorgen sich.
Der heftige Niederschlag prasselt in diesem Stadtabschnitt nieder. Die Abflüsse sind überfordert. Bürger sorgen sich. | Bild: Elke Rauls

Unbehaglich ist es vielen ganz besonders, weil der Land-unter-Zustand von diesem Mittwoch kein Einzelfall ist. Bereits am 22. Juli 2017 gab es ähnliche Szenen in diesem Innenstadtbereich – der SÜDKURIER berichtete am 23. Juli vergangenen Jahres.

Die Stadtverwaltung sagt, die Niedere Straße würde "zweigleisig entwässert, eine normale Rinne plus das Stadtbächle. Die Dimensionierung ist ausreichend leistungsfähig und entsprechend dem gültigen Regelwerk ausgerichtet", so eine Sprecherin. Zudem entsprächen die Kanäle dieses Bereichs "dem Stand der Technik und sind gemäß den hydraulischen Anforderungen". Eine Funktionseinschränkung könne jedoch "durch Überbauung etwa durch Gastwirte" geschehen.

Die Reinigung von Straße und Bächle erfolge regelmäßig. Und weiter: "Bei außergewöhnlichen Regen-Ereignissen kann sich das Niederschlagswasser bis auf den Straßenraum zurückstauen." Die Niedere Straße sei darüber hinaus speziell: "Das Längsgefälle ist nur gering", heißt es weiter erklärend von der Verwaltung. Bei starken Niederschlägen "wird Regenwasser nur anteilig in die Kanalisation abgeführt".