Der Gemeinderat macht jetzt Ernst, zwischen den beiden großen Stadtbezirken ein weiteres Wohngebiet zu planen. Im Anschluss an das Gebiet "Schilterhäusle" soll in den nächsten Jahren auf 27,5 Hektar Fläche das Neubaugebiet "Lämmlisgrund" erschlossen werden.

  • Alte Idee: Das Wohngebiet "Lämmislgrund" wurde schon in den 70er-Jahren mit dem Städtezusammenschluss von Villingen-Schwenningen mitgedacht, als man noch höchst optimistisch davon ausging, dass die neue Doppelstadt innerhalb weniger Jahre auf 100 000 Einwohner anwachsen würde. Die Realität sah anders aus. Erst in den 90-er Jahren wurde das "Schilterhäusle" geplant. Doch das Gebiet entwickelte sich 20 Jahre schleppend. Erst mit dem Bau des Zentralklinikums bekam das Wohngebiet in den letzten Jahren einen neuen Schub, sodass nun eine Erweiterung realistisch ist.
  • Planungsaufträge: Nächste Woche sollen nun die Ausschüsse des Gemeinderates die Vergabe der Vorentwurfs-Planung für den "Lämmlisgrund" an vier Fachbüros im Auftragsvolumen von 300 000 Euro beschließen. Die Planung soll, so die Vorgabe der Stadt, auf Basis des in diesem Jahr verabschiedeten "Integrierten Stadtentwicklungskonzept" (ISEK) erfolgen. In diesem Konzept wird eine nachhaltige Entwicklung des mittleren Zentralbereichs angestrebt. Die Gebiete Schilterhäusle, Lämmlisgrund und Klosterhof sollen als eigenständiger Stadtteil ausgestaltet werden. Hierzu sollen die drei Planungsbüros nun Vorschläge erarbeiten.
  • Erschließung: Die städtischen Planungsämter geben den Büros dabei eine ganze Reihe Vorgaben mit auf den Weg. Etwa die Verkehrserschließung. Diese soll im Wesentlichen über die zentrale Achse der Europaallee erfolgen, die bisher das Gebiet Schilterhäusle nach Westen gegen das Gebiet Lämmlisgrund abgrenzt. Die Europaallee soll nun als zentrale Verkehrsachse vom "Wildi-Kreisel" im Süden bis zum Nordring im Norden verlängert werden.
  • Bebauung: Entlang der Europa-Alle ist ein Geschosswohnungsbau mit Gebäudehöhen bis 15 Metern Höhe vorgesehen, der auch als Schallschutz für die beiden Wohngebiete dienen soll. Entlang dieser Allee ist in verdichteter Bauweise neben einer Wohnbebauung auch gewerbliche Nutzung geplant. In der Mitte des Lämmlisgrundes sollen dann unterschiedliche Typen von Wohngebäuden mit einer zulässigen Höhe bis zwölf Meter zugelassen werden. Am Rand sind kleinteilige Wohngebäude wie Einfamilienhäuser oder Doppelhäuser bis maximal neun Metern Höhe vorgegeben. Definitiv soll auf den Flächen auch kostengünstiger Wohnraum zur Verfügung gestellt werden.
  • Lebensmittelmarkt: Im Bereich der Europaallee soll ein Quartiersmittelpunkt mit Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Gewünscht wird ein Lebensmittel-Nahversorger für Schilterhäusle und Lämmlisgrund sowie möglichst einige weitere Einkaufsmöglichkeiten und gewerbliche Nutzungen.
  • Mehrere Bauabschnitte: Die Stadt geht davon aus, dass die 27,5 Hektar Baufläche nicht am Stück, sondern je nach Bedarf in vier bis fünf Bauabschnitten über einen längeren Zeitraum erschlossen wird. Im Bereich des Geschosswohnungsbaus an der Europaallee sollen die parkenden Autos in Tiefgaragen untergebracht werden. Die Energieversorgung des Gebiets könnte über ein Blockheizkraftwerk im Schilterhäusle erfolgen, diese Option wird noch geprüft.