Es ist erst wenige Monate her, da feierte die deutsche Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind ihr 25-jähriges Bestehen mit einem großen Festakt und vielen Gästen. Doch sich nach den vielen Jahren im Einsatz für schwer kranke Kinder und ihre Familien mal etwas auszuruhen, kommt für die sieben Stiftungsratsmitglieder nicht in Frage. Bei der Sitzung, die am Montag in der Nachsorgeklinik Tannheim stattgefunden hat, sind besonders zwei Vorhaben in den Mittelpunkt der Stiftungsräte und des Stiftungsvorstands gerückt: Die Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg, deren Gesellschafterin die Stiftung ist, muss weiter stark bei dem Vorhaben, eine neue Klinik in Strausberg zu bauen, unterstützt werden. Die zweite wichtige Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass die Rehabilitations-Aufenthalte für trauernde Familien bei den Leistungsträgern als notwendige Maßnahme anerkannt werden. Familien, die oft um die Genehmigung der Anträge kämpfen müssen, sollen es in Zukunft einfacher haben.

"Trauer ist keine Krankheit. Sie kann aber schwerwiegende Folgen haben", erklärt Stiftungsvorstand Roland Wehrle. Die Stiftung, die sich seit Beginn für die familienorientierte Reha stark macht und dabei bereits viel errungen hat, unterstützt Familien mit schwer kranken Kindern aus ganz Deutschland durch Beratung und Begleitung sowie nötig werdende finanzielle Unterstützung durch den Hilfsfonds der Stiftung, der rein aus Spenden besteht.

Wie viel sich nach 25 Jahren aber dann schon bewegt hat, beweisen heute die Zahlen. Waren anfangs bis zu 250 000 Euro nötig, um hilfsbedürftigen Familien die Reha zu finanzieren, sind es heute nur noch 50 000 Euro. Trotzdem kommen die Spendengelder weiterhin bei den Familien an, indem zum Beispiel weiter in die Ausstattung der Nachsorgeklinik Tannheim und die Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg gesteckt wird oder in dem kleinere Projekte wie eine Segelschifffahrt an der dalmatinischen Küste für Familien, die besonders vom Schicksal gebeutelt wurden, ermöglicht werden.

Im Rahmen des Neubaus, der in Tannheim diesen Monat noch fertig gestellt und offiziell eingeweiht wird, wurden so zu den bereits vier bestehenden Ferienappartments weitere fünf geschaffen. Sie ermöglichen es Familien, als Gäste in die Klinik zurückzukehren, einige Tage Auszeit zu genießen und trotzdem die medizinische Absicherung im Hintergrund zu haben. "Gerade trauernde Familien haben ein starkes Interesse daran, sich mit anderen Familien, die sie in der Reha kennengelernt haben, erneut zu treffen und auszutauschen", erklärt Wehrle.

Nach dem großen Geburtstag arbeitet die Stiftung in neuer Besatzung weiter. Beatrix Dammert wird ab dem 1. Juni neue Leiterin der Stiftungsgeschäftsstelle und löst damit Suzan Saydam ab, die nach viereinhalb Jahren die Stiftung verlässt.

Im Neubau werden außerdem neue Räume bezogen, die die Stiftung näher zu ihren Gästen in den neuen Ferienappartments bringt. Auch geplante Angebote, wie pädagogische Seminare während des Aufenthaltes, sollen so optimaler umgesetzt werden können.

Aufgaben der Stiftung

Die deutsche Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind ist die Gesellschafterin der beiden Nachsorgekliniken in Tannheim und Berlin-Brandenburg. Auf politischer Ebene arbeitet die Stiftung daran, das Konzept der familienorientierten Rehabilitation weiter durchzusetzen, was in Zukunft besonders für trauernde Familien wichtig werden wird. (maf)