Überall strahlen sie einem entgegen: Die Kandidaten für die anstehenden Kommunalwahlen am 26. Mai in Villingen-Schwenningen. Auf Wahlplakaten sind die sieben Ortsparteien derzeit omnipräsent. Doch wie schaut es im „World Wide Web“ aus? Wie pflegen die Parteien ihre Internetseiten und auf welchen Sozialen Netzwerken sind sie aktiv?

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Der SÜDKURIER hat die Internetpräsenzen der VS-Parteien unter die Lupe genommen und analysiert: Von der Startseite über den technischen Aufbau bis zur Aktualität der Informationen.

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Bild: Marcel Jud/Screenshot

CDU: Übersichtlich und kahl

  • Startseite: Europa- und Deutschlandfahne fließen auf der Startseite des CDU Stadtverbandes VS ineinander und sind direkt neben dem Parteilogo platziert – vor blauem Himmel. Die Seite ist übersichtlich gestaltet. Sowohl in der Desktop- als auch der mobilen Version lassen sich über einen Reiter die verschiedenen Menüpunkte wie „Über Uns“ oder „Kommunalwahl„ aufrufen. Dadurch muss nur wenig gescrollt werden.
  • Wahlprogramm: Bereits im „Willkommenstext“ auf der Startseite wird auf die anstehenden Kommunal- und Europawahlen hingewiesen. Über den Reiterlink „Kommunal- und Europawahl„ lässt sich das Wahlprogramm der CDU für den Gemeinderat direkt abrufen und steht auch als Download zur Verfügung. Unter den Punkten „Unsere Heimat“, „Unsere Werte“ und „Unsere Zukunft“ werden stichwortartig Ziele aufgeführt, für die die Partei eintritt.
  • Kandidatenvorstellung: Über den Reiterlink „Kommunal- und Europawahl„ findet sich auch die alphabetisch geordnete Kandidatenliste der CDU für den Stadtrat mit Fotos. Durch einen Klick auf die Namen der einzelnen Kandidaten gelangt man zu weitergehenden Informationen zur jeweiligen Person. Diese beschränken sich auf Alter, Wohnort, Beruf, Zivilstand sowie Engagement in Vereinen oder im Ehrenamt. Die Kandidatenliste steht zudem als Download zur Verfügung.
  • Technischer Aufbau: Die Website ist übersichtlich gestaltet und klar strukturiert. Insgesamt wirkt sie aber kahl: Auf der Startseite beispielsweise gibt es außer Parteilogo und Foto des Stadtverbandsvorsitzenden Klaus Martin keine Illustrationen. Der Seiten-Hintergrund ist in schlichtem Weiß gehalten.
  • Social Media: Die Facebook-Seite der VS-CDU hat derzeit 512 „Gefällt mir“-Angaben. Nimmt man die Monate seit Anfang Jahr als Referenz, ist die Seite gut gepflegt: An fast jedem Tag werden Inhalte geteilt, beispielsweise Informationen zu Parteiveranstaltungen, Online-Zeitungsartikeln und den Gemeinderatskandidaten. Auf ihrer Website weist die CDU auf den Facebook-Auftritt hin. Andere Soziale Netzwerke nutzt die VS-CDU nicht.

Hier geht es zur CDU-Website

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Bild: Marcel Jud/Screenshot

Freie Wähler: Antiquierte Seite mit Videos

  • Startseite: Über dem Reiter der Startseite machen Menschen unterschiedlichen Alters Luftsprünge vor dem Slogan „Unabhängig & Frei“. Das Bild ist Teil einer Slideshow, bei der sich Fotos von VS mit Symbolfotos und Slogans abwechseln. Das Parteilogo des Ortsverbandes prangt dabei permanent in der oberen linken Ecke. Die Seite gibt es in einer Desktop- und einer mobilen Version. Dank eines Reiters, über den sich alle Menüpunkte anklicken lassen, muss nicht gescrollt werden. Unter dem Reiter werden auf der Startseite aktuelle Meldungen ausgespielt.
  • Wahlprogramm: Ein konkret für die Gemeinderatswahl ausgeführtes Wahlprogramm gibt es auf der Seite nicht. Unter dem Menüpunkt „Warum Freie Wähler?“ finden sich jedoch konkrete, ausformulierte Forderungen der Partei zu den Punkten „Innenstädte und Einzelhandel“, „Wirtschaft“, „Teilorte“,
    „Infrastruktur“ und „Jugend, Soziales und Kultur“.
  • Kandidatenvorstellung: Durch Klick auf den Menüpunkt „Gemeinderat 2019“ gelangt man zur Kandidatenliste der Freien Wähler für den Gemeinderat. Die Reihenfolge entspricht derjenigen auf dem Wahlzettel der Partei. Neben Namen, Foto und Informationen zu Wohnort sowie Beruf steht bei jeder Person auch in ein bis zwei Sätzen, wofür sie als Gemeinderat einstehen will. Einzelne Kandidaten stellen sich zusätzlich per Video vor.
  • Technischer Aufbau: Die Website ist übersichtlich gestaltet und klar strukturiert. Sie zeichnet sich durch eine dezente Farbgestaltung und viele Fotos aus. Teilweise wirkt die Seite aber etwas antiquiert. Vor allem die Slideshow erinnert optisch an längst vergangene Internetzeiten.
  • Social Media: Die VS-Ortsgruppe der Freien Wähler ist sowohl auf Facebook als auch Instagram präsent. Die Facebook-Seite hat 261 „Gefällt mir“-Angaben, dem Instagram-Account folgen 64 Abonnenten. Auf der Facebook-Seite werden regelmäßig Inhalte geteilt mit Informationen zu Parteiveranstaltungen, Online-Zeitungsartikeln und den Gemeinderatskandidaten. Auf Instagram sind nur wenige Beiträge zu finden: Neben den Fotos der Gemeinderatskandidaten wurden neun weitere Beiträge gepostet, vor allem zu Veranstaltungen der Partei. Der älteste stammt vom 25. Februar. Auf ihrer Website haben die Freien Wähler ihre Social-Media-Auftritte verlinkt.

Hier geht es zur Website der Freien Wähler

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Bild: Marcel Jud/Screenshot

SPD: Modern und nicht aktuell

  • Startseite: In der Desktop-Version der SPD-Website sind vor einem Schwarz-Weiß-Foto des Villinger Münsters und des Schwenninger Neckartowers bunte Kacheln zu verschiedenen Themen der Ortspartei angeordnet. Zusätzlich können einzelne Menüpunkte über einen Reiter angeklickt werden. Scrollen entfällt. In der mobilen Version sind die Kacheln untereinander angeordnet. Insgesamt wirkt die Startseite übersichtlich.
  • Wahlprogramm: Einen direkten Link zum Wahlprogramm für die anstehenden Kommunalwahlen gibt es nicht und der letzte Eintrag unter der Rubrik „Aktuelles“ stammt von Ende Dezember 2018.
  • Kandidatenvorstellung: Auch zu den Kandidaten der anstehenden Kommunalwahlen findet sich auf der Website nichts.
  • Technischer Aufbau: Die SPD-Seite ist modern und übersichtlich gestaltet, die Farbgebung dezent. Allerdings fehlen aktuelle Beiträge und Hinweise zu den anstehenden Wahlen. Die Verlinkung zum Menüpunkt „Fraktionen“ funktioniert in der Desktop- und der mobilen Version nur über den Reiterlink und nicht über die entsprechende Kachel.
  • Social Media: Der Facebook-Auftritt des SPD-Ortsvereins wird besser gepflegt als die Website. Es erscheinen regelmäßig aktuelle Beiträge zu Veranstaltungen und den anstehenden Wahlen. Auch stellen sich hier die Kandidaten in scheinbar loser Folge selbst anhand von Fotos, Listennummer und kurzen Texten zu Person und politischen Zielen vor. Auf ihrer Website weist die VS-SPD auf ihren Facebook-Auftritt hin.

Hier geht es zur SPD-Website

Bild: Marcel Jud/Screenshot

Die Grünen: Unübersichtlich und knallgrün

  • Startseite: Die VS-Ortsgruppe der Grünen verfügt über keine eigene Website. Sie ist einzig auf der Seite des Kreisverbandes unter der Rubrik „Ortsverbände“ zu finden. Beiträge zur Kommunalwahl in VS finden sich unter der Rubrik „Wahlen“. Die Startseite des Kreisverbandes wirkt in der Desktop-Version auf den ersten Blick überladen und unübersichtlich. Der knallgrüne Hintergrund, vor dem in der linken Ecke das Parteilogo prangt, irritiert die Augen zusätzlich. Auf den zweiten Blick verschafft der Reiter mit verschiedenen Menüpunkten Orientierungshilfe.
  • Wahlprogramm: Unter der Rubrik „Wahlen“ finden sich über den Link „Villingen-Schwenningen„ Informationen zur Wahl in VS. Ein Wahlprogramm ist nicht darunter, sondern nur der Hinweis: „Unser Wahlprogramm – Wird ergänzt“

Anmerkung der Redaktion: Das Wahlprogramm wurde inzwischen online gestellt, wie der VS-Ortsverband der Grünen per E-Mail nach Erscheinen des Artikels mitteilte.

  • Kandidatenvorstellung: Die Kandidaten werden der Wahlliste entsprechend vorgestellt. Neben Namen und Foto der jeweiligen Person gibt es in Stichworten Informationen zu „Vereine/Vereinsarbeit“, „Politisches Engagement“ und „Themenschwerpunkte für politische Arbeit“.
  • Technischer Aufbau: Viel zu viele Informationen: So lässt sich der Aufbau der Seite des Kreisverbandes zusammenfassen. Neben dem jeweiligen Haupttext eines Menüpunktes sind in der Desktop-Version links und rechts unzählige Kacheln mit Informationen zu Terminen, Parteispenden und anderem angebracht. Hinzu kommt eine reizüberflutende Farbgestaltung mit knallgrünem Hintergrund, grell-weißen und gelben Textfeldern. In der mobilen Version sind die Farben weniger prägnant und die Seite wirkt übersichtlicher, da Textfelder und Kacheln untereinander angeordnet sind. Aufgrund der Menge an Inhalt muss man allerdings dementsprechend lange scrollen, um die ganze Seite zu sehen.
  • Social Media: Der Grünen-Kreisverband ist auf Facebook aktiv. Die Seite hat 274 „Gefällt mir“-Angaben. Es werden regelmäßig Inhalte zu Veranstaltungen geteilt und die Kandidaten der Gemeinderats- und Kreistagswahlen werden hier vorgestellt. Letztere finden sich auch auf der Instagram-Präsenz des Kreisverbandes. Dort folgen den Grünen 330 Abonnenten. Die Jugendorganisation des Grünen-Ortsverbandes ist ebenfalls auf Facebook und Instagram aktiv. Auf ihrer Facebook-Seite hat die Grüne Jugend VS seit Mitte April 2018 zwei Beiträge zu Veranstaltungen geteilt. Der letzte Eintrag stammt von September 2018. Hinweise zu den anstehenden Wahlen finden sich keine. Die Seite hat 34 „Gefällt mir“-Angaben. Auch das Instagram-Konto mit 106 Abonnenten wird von der Jugendorganisation nicht gepflegt: Bisher wurde nur zweimal dieselbe Ankündigung für eine Veranstaltung im September 2018 geteilt.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version fehlte der Verweis auf die Facebook- und Instagram-Präsenz des Grünen-Kreisverbandes. Wir haben dies inzwischen korrigiert.

Hier geht es zur Website des Grünen-Kreisverbandes

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Bild: Marcel Jud/Screenshot

FDP: Grelle Farben und Wahlspot mit Klinge

  • Startseite: Hat sich das Auge erst mal an das grelle Gelb und Pink gewöhnt, steht das Auge gleich vor der nächsten Aufgabe: Der Hinweis auf die Gemeinderats- und Europawahl erfolgt in Textabschnitten, die wie in einer Diashow hintereinander erscheinen. Man muss sich das Ganze zweimal anschauen, da man den Anfang vor lauter Pink und Gelb nicht mitbekommen hat. Bis auf die grelle Farbwahl ist die Seite jedoch übersichtlich gestaltet, auch wenn man ein wenig suchen muss, um die Kandidaten, die sich zur Wahl stellen, überhaupt zu finden.
  • Wahlprogramm: Das Wahlprogramm ist auf der Seite omnipräsent. Einem Wahlspot mit dem Stadtrat und Bundestagsabgeordneten Marcel Klinge, der – natürlich im gelben T-Shirt – joggend den Aufbruch, der für VS nötig ist, erklärt, folgen die Ideen, übersichtlich in – natürlich bunten – Kacheln dargestellt. Kitas, Schulen, Digitales, Wirtschaftsförderung und Straßensanierung sind die Topthemen. Wer mit der Maus über die Kachel streift, entdeckt dann die vier bis fünf Punkte, für die sich die FDP in dem jeweiligen Punkt einsetzen möchte.
  • Kandidatenvorstellung: Eine Übersicht über alle Kandidaten mit Bild gibt es nur über den Link „Flyer zur Kommunalwahl„. Wer weiter scrollt, entdeckt dann eine kleine Team-Übersicht mit Bildern und einer Liste mit Namen – Draufklicken für mehr Infos: Fehlanzeige.
  • Technischer Aufbau: Mobile wie Desktop-Variante haben gemeinsam, dass sich ein Schreibfehler eingeschlichen hat – anstatt „Flyer zur Kommunalwahl“ heißt es „Fyler zur Kommunalwahl“. Schade ist, dass nur auf dem Flyer auch alle Kandidaten mit Bild vorgestellt werden. Auf der Homepage selbst fehlt eine solche hilfreiche Übersicht. Hinweise und Links zu den sozialen Kanälen, auf denen die FDP vertreten ist, finden sich überall auf der Seite verteilt.
  • Social Media: 1520 Menschen gefällt die Facebook-Seite der VS-FDP. Gepostet wird so gut wie jeden Tag etwas: Vom Fünf-Punkte-Plan für die Straßen von Villingen-Schwenningen über die Wahlplakate der einzelnen Kandidaten bis hin zu Funklöchern und Zeitungsartikeln. Auf Instagram, der zweiten Plattform, auf der die FDP präsent ist, folgen der Partei 604 Abonnenten. Bisher wurden 24 Beiträge erstellt. Bei den meisten handelt es sich um Wahlplakate und Fotos von Wahlkampfterminen des Ortsgruppen-Vorsitzenden Marcel Klinge.

Hier geht es zur FDP-Website

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Bild: Marcel Jud/Screenshot

AfD: Nur Stadtrat ist im Netz aktiv

  • Startseite: Die VS-Ortsgruppe der AfD hat keine eigene Website. Einzig der Kreisverband und AfD-Stadtrat Martin Rothweiler sind jeweils mit einer eigenen Internet-Seite vertreten. Die Startseite des Kreisverbandes ist schlicht gestaltet: Vor weißem Hintergrund reihen sich Kacheln mit Pressemitteilungen aneinander, darüber sind ein Foto des Schwarzwaldes und das Parteilogo angebracht. Rothweilers Seite dagegen ist moderner gestaltet: Vor einem Hintergrund in dezentem Blau steht ein schwarz-weißes Foto. Ein Reiter verschafft Überblick und weitere Menüpunkte sind direkt unter dem Titelbild zu finden.
  • Wahlprogramm: Weder auf der Seite des Kreisverbandes, noch auf jener von Martin Rothweiler findet sich etwas zum Wahlprogramm der VS-AfD.
  • Kandidatenvorstellung: Auch zu den Kandidaten gibt es keinerlei Informationen.
  • Technischer Aufbau: Sowohl die Seite des Kreisverbandes wie auch jene von Martin Rothweiler sind in der Desktop- und der mobilen Variante übersichtlich gestaltet und verfügen jeweils über einen Reiter, der zu den verschiedenen Menüpunkten führt. Rothweilers Seite hebt sich aber sowohl gestalterisch als auch anhand der Vielfalt an Informationen und Menüpunkten von jener des Kreisverbandes ab. In der mobilen Version ist ein Foto von Rothweiler auf der Startseite abgeschnitten.
  • Social Media: Martin Rothweiler hat eine eigene Facebook-Seite mit 1061 „Gefällt mir“-Angaben und dem Namen „AfD Stadtrat Villingen-Schwenningen“. Rothweiler postet dort unregelmäßig eigene politische Stellungnahmen und Infos zu Veranstaltungen. Bisher wurden nur die Wahlplakate von zwei AfD-Kandidaten für den Gemeinderat geteilt.

Hier geht es zur Website von Martin Rothweiler

Bild: Marcel Jud/Screenshot

DLVH: Nur auf Facebook präsent

Die Deutsche Liga für Volk und Heimat DLVH in VS hat keine eigene Website. Stadtrat Jürgen Schützinger ist jedoch auf Facebook aktiv.

  • Social Media: Die Facebook-Seite von Schützinger hat 253 „Gefällt mir“-Angaben. Auf ihr teilt der DLVH-Stadtrat regelmäßig eigene politische Stellungnahmen. Auch das Wahlprogramm seiner Partei für die VS-Kommunalwahl hat er hier veröffentlicht. Sie umfasst 25 Punkte. Zu den Kandidaten, die zur Wahl antreten, findet sich auf Schützingers Facebook-Seite jedoch nichts. Neben einer Telefonnummer gibt Schützinger auch eine Website an (www.j-schuetzinger.de). Der Link führt zurück zur Facebook-Seite.

Hier geht es zum Facebook-Profil von Jürgen Schützinger

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