Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Galerie Geld kostet, jährlich rund 350 000 Euro. Natürlich muss es erlaubt sein, darüber zu reden, ob dieses Geld sinnvoll angelegt ist oder ob es Wege gibt, diese Summe zu reduzieren. Es ist aber unfair, wenn sich die CDU, oder CDU-Mitglieder, auf das KGST-Gutachten und einen angeblichen Prüfauftrag darin berufen. Nein, es war der Vorschlag der CDU zu prüfen, ob die Galerie nach dem Ausscheiden von Wendelin Renn künftig ehrenamtlich geführt werden kann. Aber auch das ist legitim und das Recht der Gemeinderäte.

Die Mehrheit – zumindest im Verwaltungsausschuss – hat ein flammendes Plädoyer für die Galerie abgegeben und das ist gut so. Kulturelle Bildung lässt sich schwer in Zahlen fassen und auch wenn viel zu wenig Doppelstädter den Weg in die Galerie finden, ist sie eine wichtige Einrichtung. Sie zeigt moderne Kunstströmungen auf, präsentiert Meister der klassischen Moderne und polarisiert durchaus auch. Das alles darf und muss Kunst leisten und die Stadt kann sich glücklich schätzen, ein solches Kleinod zu haben. Und in Zeiten, wo die Stadt im Geld schwimmt, wäre es schwer zu vermitteln, eine Galerie ins Ehrenamt abzugeben. Kein Mensch käme auf die Idee, Straßen von Ehrenamtlichen sanieren zu lassen, warum also immer die Kultur?