Er war selbst sein bester Kunde, doch um sein unstetes Leben und seinen Eigenkonsum an Heroin zu finanzieren, verkaufte ein 32-jähriger Mann aus Villingen jede Menge der harten Drogen an Stammkunden im Raum Villingen-Schwenningen. Dazu fuhr er zwischen Frühjahr 2016 und April 2018 regelmäßig über Köln in die Niederlande, um dort bei seinem Stammlieferanten einzukaufen. Bei der Rückfahrt von Köln nach Villingen fiel er beim Warten auf einen Anschlusszug auf Gleis 1 am Bahnhof Offenburg aufgrund einer Lappalie auf: Er hatte sich nicht an das Rauchverbot gehalten. Papiere hatte er keine bei sich. Eine Überprüfung ergab, dass er bereits vielfach wegen Rauschgiftdelikten vorbestraft war. Daraufhin wurde er durchsucht. Man fand 850 Gramm Heroin und 10 000 Euro Bargeld bei ihm. Für elf Fälle der Einfuhr, des Handels und des Besitzes von Betäubungsmitteln hat das Landgericht Konstanz den Mann jetzt zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Daneben ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt zum Zweck einer Langzeittherapie an.

Die elf von der Staatsanwaltschaft Konstanz angeklagten Fälle räumte der 32-Jährige mit abgeschlossenem Fachholschulstudium sofort ein. Nach einem Rückfall selbst wieder heroinabhängig geworden, habe er pro Fahrt rund 100 Gramm der Droge im Raum Venlo eingekauft. Der Einkaufspreis betrug pro Gramm 15 Euro, berichtete er. Davon habe er jeweils 30 Gramm für sich selbst abgezweigt und den Rest für 60 Euro pro Gramm im Raum Villingen-Schwenningen verkauft. Zuvor sei er nach einer Therapie ganze sechs Jahre lang clean gewesen. Da lebte der im Schwarzwald-Baar-Kreis aufgewachsene Mann einige Jahre außerhalb. Doch dann gab es Probleme mit der Freundin, er fand keine Arbeit und kehrte schließlich nach Donaueschingen zurück. Das wirkte sich fatal aus. Er sei wieder in die alten Drogenkreise geraten, meinte der 32-Jährige: "Wenn man in bestimmten Kreisen aufgewachsen ist, kommt man hier überhaupt nicht alleine von den Drogen los".

Kaum war er zurück, pendelte er sich in den alten Rhythmus ein: Heroin in den Niederlanden besorgen und in die Venen jagen. Stoff verkaufen, Tabletten nehmen, im Hotel leben und wieder losfahren, um Nachschub zu besorgen. Mit seinen Drogengeschäften hat er 30 000 Euro Gewinn gemacht. Das Gericht ordnete die Einziehung dieser Summe an, so dass der 32-Jährige nun Schulden in dieser Höhe hat.