In der Doppelstadt gibt es noch immer zu wenige Kindergartenplätze. Stadtverwaltung und freie Träger bemühen sich mit verschiedenen Ansätzen, die Lage zu entspannen. Ein Baustein dabei ist die Erweiterung der Betriebskindertagesstätte des Klinikums. Seit eineinhalb Jahren wurde an Rahmenbedingungen und Plänen getüftelt. Am Mittwoch fiel mit dem Spatenstich der Startschuss für die Bauarbeiten.

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Erweiterung: Rund zwei Millionen Euro investiert das benachbarte Nephrologische Zentrum (NZ) über eine Grundstücksgesellschaft in den zweistöckigen Neubau neben dem Kindergarten. Künftig soll es insgesamt acht Kita-Gruppen für über 100 Kinder geben. Derzeit werden 70 Kinder in fünf Gruppen betreut. Weil das bestehende Gebäude für vier Gruppen konzipiert wurde, ist eine Gruppe im Gymnastikraum untergebracht. Mit dem Neubau stehen der Einrichtung vier neue Räume sowie ein Besprechungsraum zur Verfügung. Auch ein Aufzug soll installiert werden. Die beiden Bauwerke sind später über einen Gang verbunden. Durch den Neubau geht aber ein großes Stück Spielbereich im Freien verloren. Es soll Überlegungen geben, das in Teilen an anderer Stelle auszugleichen. 

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Jetzt können die Erdarbeiten beginnen: Architekt Michael Rebholz (links) und Helmut Reichel vom Nephrologischen Zentrum freuen sich über den halben roten Punkt, der die Teil-Baufreigabe dokumentiert.
Jetzt können die Erdarbeiten beginnen: Architekt Michael Rebholz (links) und Helmut Reichel vom Nephrologischen Zentrum freuen sich über den halben roten Punkt, der die Teil-Baufreigabe dokumentiert. | Bild: Fröhlich, Jens

So geht‘s weiter: Mitte kommender Woche werden die ersten Bagger der Firma Ketterer anrollen, die den Zuschlag für Erdarbeiten und Rohbau erhalten hat. „Wir rechnen damit, dass der Rohbau im März fertig sein wird“, so Architekt Michael Rebholz. Kindergartenleiterin Alexandra Waimer geht davon aus, dass der Neubau ab dem Frühjahr 2021 genutzt werden kann. Bis dahin muss die Verwaltung als Träger auch das derzeit 32-köpfige Betreuer-Team aufstocken. Knapp zwölf zusätzliche Stellen im Bereich Kinderbetreuung und Hauswirtschaft seien vorgesehen, so Waimer. Diese würden demnächst ausgeschrieben.

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Wartelisten: In seiner Ansprache freute sich Oberbürgermeister Jürgen Roth über weitere, so dringend benötigte Kita-Plätze. Diese stünden auch Kindern zur Verfügung, deren Eltern nicht im Klinikum angestellt seien – sofern es freie Plätze gibt. Aber danach sieht es momentan nicht aus. „60 Kinder unter drei Jahren und 40 Kindergartenkinder stehen derzeit auf der Warteliste“, erzählt Sandra Doser vom Klinikum. Wie es in zwei Jahren aussehe, das könne sie jedoch nicht vorhersehen.

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Standortfaktor: Vor allem die Kinder profitieren vom neuen Angebot. Helmut Reichel vom NZ sieht in der Investition auch einen Standortvorteil. Gerade im medizinischen Bereich müsse man Angebote schaffen, um Mitarbeiter anzulocken. Knapp zehn Plätze sind für Kinder der NZ-Angestellten reserviert. Ähnlich sieht das auch Sandra Doser. Sie berichtet, dass das Klinikum aufgrund des Kita-Angebotes bereits Mitarbeiter anwerben konnte.

Betriebskindertagesstätte: Die Klinik-Kita wurde 2013 mit drei Gruppen eröffnet. Im Januar 2014 kam eine vierte Gruppe hinzu, 2015 eine fünfte. Die Kita ist eine Betriebskindertagesstätte mit ausgedehnten Öffnungszeiten von 5.45 bis 20.15 Uhr. Träger ist die Stadt, Eigentümer sind das Klinikum und das Nephrologischen Zentrum. Die Stadt bezahlt Miete.

Bild: Fröhlich, Jens