Schwarzwald-Baar – Das Projekt „Europa Minigärtner“ expandiert nach zweijährigem Bestehen auf 15 teilnehmende Gemeinden im baden-württembergischen Raum. 2013 wurde das Projekt mit dem pädagogischen Aspekt der Naturliebe für Kinder von Bettina Gräfin Bernadotte von der Blumeninsel Mainau initiiert. Die teilnehmenden Regionalgruppen für eine zweijährige Phase waren seinerzeit Heilbronn, Konstanz und Schwarzwald-Baar. Auch für die Periode 2015 bis 2017 sind wieder 15 Kinder der Regionalgruppe Schwarzwald-Baar bei acht teilnehmenden Partnerbetrieben zu gange, um sich spielerisch Praxis und Theorie der Gartenarbeit anzueignen.

Die Paragraphen der gemeinnützige Unternehmergesellschaft sprechen eine eindeutige Sprache: „...unmittelbar und aktiv die Natur im Garten erleben und dass sie ein Bewusstsein für den Wert der gärtnerischen Leistung und der hergestellten Produkte entwickeln.“ Der Rietheimer Garten- und Landschaftsbaubetrieb Halter ist eines der teilnehmenden Unternehmen und stellt mit seiner Geschäftsführerin Birgit Halter auch die Minigärtner-Teamleiterin für den Kreis. Die ganze Familie mit Landschaftsgärtnermeister Erwin Halter, Tochter Luisa und dem Auszubildenden Wolfgang Hummel stellte nun mit den 15 Minigärtnern eine Gewürzschnecke her. Das Areal stellte, wie bei der Schulung zwei Jahre zuvor, bei der mitunter die Veredelung von Apfelbäumen auf dem Programm stand, die Nachbarsfamilie Moser. Genug Platz und Expertise für die Neun- bis Elfjährigen, in die Welt der Küchenkräuter einzutauchen.

„Man muss die Pflanzen mit allen Sinnen bestimmen“, so der Gartenexperte Erwin Halter bei der zweistündigen Aktion mit den Kindern. Nach dem Kennenlernen der geballten Duftladung an Zitronen-Thymian, Bohnenkraut oder Lavendel stellt sich die Gretchenfrage: Sind die Gewürze trockenheitsverträglich oder nicht. Diese Eigenschaft bestimmt die Platzierung der Kräuter auf den trockenen Erdschichten an der Schneckenspitze bis in die Feuchtgebiete am Boden. Bereits zuvor haben die Zöglinge mit Sprühfarbe das Aktionsfeld abgesteckt, den Boden aufgefüllt und mit Buntsandstein die Schnecke vorfabriziert. Zu den pädagogischen Aspekten aus der Projekterfahrung im Vorjahr sagt Birgit Halter: „Insbesondere bei den Kindern aus nicht ländlichen Gemeinden steigert sich die Sensitivität für die Natur ungemein. Viele Grundelemente eines Garten- und Naturverständnisses liegen gar nicht vor, woher denn auch. Ein weiterer Punkt sind die entstehenden Freundschaften.“

Zu den Teilnehmern der Regionalgruppe Schwarzwald-Baar gehören Imkerin Michaela Scherzinger, in Villingen-Schwenningen die Baumschule Ebert, das Bildungszentrum Albert-Schweitzer-Schule und die Stadtverwaltung, Schlenker Qualitätspflanzen in Deißlingen, die Baumschule Häring in Dürbheim und die Gärtnerei Müller in Villingendorf. Je zwei bis drei Projektbesuche bei den Partnern gibt es innerhalb von zwei Jahren.