Die Narren schlummerten noch vor sich hin, da fegten die Technischen Dienste bereits durch das Städtle. Um 6 Uhr legten die orange gekleideten Männer los, um die Überbleibsel der Fasnet zu beseitigen. Der städtische Eigenbetrieb war mit rund zehn Männern im Einsatz. Die Kehrmaschine war dabei genauso wie die Handkolonne. "Wir müssen im Bereich der Innenstadt schon durch sein, bevor die Geschäfte öffnen und ihre Sachen auf die Straße stellen", berichtete ein Angestellter mit Mütze und Vollbart, der aber nicht hervorgehoben werden möchte: "Hier sind auch ganz viele andere Kollegen von mir am Werk."

Die Müllmenge verändere sich im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren nicht, auch nicht die Verteilung. Ohne Ausnahme sei es so, dass am Freitagmorgen in der Färberstraße am meisten zu tun ist, am Mittwoch hingegen auf den vier Hauptstraßen innerhalb der Stadtmauern, sagte der städtische Bedienstete.

Ein Kollege mit schütterem Haar eilte herbei. Mit der Zigarette im Mund und noch daran ziehend, zeigte er kleines Fläschchen, das er zwischen Daumen und Zeigefinger festhält. "Von denen", berichtete er, "haben wir heute Hunderte auf der Straße liegen". Auch daran ist die Beliebtheit der süßen Schnäpse zu erkennen. Und er ergänzte: "Der Frost erschwert uns die Arbeit. Der Müll ist teils unter einer Eisdecke begraben." Deswegen werden die Technischen Diensten nochmals ausrücken, nachdem das Eis komplett getaut ist. Bis dahin seien die Scherben eine große Gefahr. Auch abgebrochene Flaschenhälse, die senkrecht im Eis stecken, könnten schnell zu Verletzungen führen.

Mit diesen Widrigkeiten hatten Uli und Hansjörg Wahr nicht zu kämpfen. Sie machten sich ab dem späten Vormittag daran, ihr Stüble in der Josefsgasse auf Vordermann zu bringen. Ab 11 Uhr trafen sich die Helfer, um "Das Wahre Amtsstüble", wie sie es in Anlehnung den Nachnamen des Lehrer-Ehepaares nennen, wieder herzurichten. Als die Tür aufging, verriet der in die Nase steigende Duft sofort, was in den Räumen vor einigen Stunden noch abging. In der Luft vermischte sich der Geruch von Alkohol und Schweiß.

Bis um Mitternacht war der Raum noch gerappelt voll. Die Überreste ließen erahnen, dass es am Dienstagabend zum Abschluss noch mal richtig rundging. Auf fast jeden Tisch standen noch einsame halb ausgetrunkene Flaschen oder Gläser. Eine Menge Arbeit, die bevorstand.

"Aber bevor wir loslegen, stärken wir uns erst mal", sagte Uli Wahr und bat die Freiwilligen zum Frühstück. Spätestens als der Kaffee serviert wurde, fühlte man sich trotzdem wohl. "Wir haben 5000 Schorle rausgegeben, so viel wie noch nie", freute sich Hansjörg Wahr, für den der Aschermittwoch gerade zur rechten Zeit kam: "Wenn man hier alles mitmacht, dann reicht es einem nach solch intensiven Tagen auch mal. Traurig bin ich jedenfalls nicht."