Nach über zwei Jahren Arbeit konnte das bekannte Wandmosaik aus dem ehemaligen Schwenninger Krankenhaus an seinem neuen Platz im Foyer der Geriatrischen Klinik am Klosterwald erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das denkmalgeschützte Werk stammt von dem 1979 verstorbenen Künstler Berthold Müller-Oerlinghausen aus Kressbronn am Bodensee und zeigt das biblische Motiv vom "Barmherzigen Samariter".

das Wandmosaik "der barmherzige Samariter"
das Wandmosaik "der barmherzige Samariter" | Bild: Hans-Juergen Goetz

In einer kleinen Feierstunde würdigten Oberbürgermeister Rupert Kubon und Angelika Gebauer, Geschäftsführerin der Pro Vita GmbH die Initiative und Arbeit der vielen Helfer und die finanziellen Beiträge der Sponsoren. Hier sind vor allem Thomas Jauch und die Kinder des Künstlers zu nennen.

"Der Erfolg hat viele Väter", so Kubon. Und in der Tat ist es der ursprünglichen Initiative von Roland Prudhomme zu verdanken, der vor drei Jahren Wilfried Steinhart darauf hinwies, dass man dieses einmalige Kunstwerk vor dem Abriss des ehemaligen Klinik-Gebäudes retten müsste.

Einer der Retter des Mosaiks "Der barmherzige Samariter": Wilfried Steinhart
Einer der Retter des Mosaiks "Der barmherzige Samariter": Wilfried Steinhart | Bild: Hans-Juergen Goetz

Zusammen überzeugten sie zuerst den damaligen Besitzer der Gebäude, Gregor Braun, dass seine Abrissbagger warten müssen, bis dieses Wandmosaik fachmännisch entfernt werden könne. Parallel schaltete Steinhart auch das Landesdenkmalamt ein und fand auch gleich noch in der Geriatrischen Klinik am Klosterwald eine neue Heimat für das Kunstwerk.

"Herr Steinhart war uns eine große Hilfe und hat sogar selbst mitgearbeitet", sagt Eberhard Grether aus Freiburg, der seinerseits mit der kompletten Restaurationsaufgabe betreut wurde. Dazu wurde das über 650 Kilogramm schwere Wandmosaik von seinem Team in neun Teile zerlegt, aufwendig abgetragen und am neuen Platz wieder perfekt zusammengesetzt.

Restaurator Eberhard Grether aus Freiburg hat das Moasik Berthold Müller-Oerlinghausen Stück für Stück wieder zusammen gesetzt.
Restaurator Eberhard Grether aus Freiburg hat das Moasik Berthold Müller-Oerlinghausen Stück für Stück wieder zusammen gesetzt. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Die Gesamtkosten für diese Aktion belaufen sich auf 80 000 Euro, die zunächst von Gregor Braun in Vorleistung und auf eigenes Risiko erbracht wurden. Dank eines Zuschusses in Höhe von 32 000 Euro vom Landesamt für Denkmalpflege, sowie den Beiträgen der Sponsoren konnte diese Rettungs-Aktion dann nach über zwei Jahren einen erfolgreichen Abschluss finden.

Anerkennung erhielt Wilfried Steinhart für sein unermüdliches Engagement dafür auch von Kunstkennern aus Nah und Fern. So gratuliert unter anderem der Berliner Kunsthistoriker Ulrich Feldhahn per Brief: "Immer wieder zeigt sich, dass es nur dem privaten Einsatz Einzelner zu verdanken ist, wenn der Schnelllebigkeit unserer Zeit, die oftmals früheren künstlerischen Positionen nur wenig gegenüber zu stellen vermag, nicht alles kurzerhand geopfert wird."