Wer ein neues, Kraftstoff sparendes Auto sein Eigen nennt, der profitiert, in aller Regel von einem niedrigen Kfz-Steuersatz und der Erlaubnis, jede abgasbelastete Region in Deutschland befahren zu dürfen. Wer einen wirklichen automobilen Schatz, sprich einen Oldtimer, besitzt, der kann ebenfalls profitieren, und das trotz einer meist sehr viel höheren Umweltbelastung und eines oft auch großen Hubraums.

Das Zauberwort lautet hier H-Kennzeichen. Der Gesetzgeber hat hier eine Möglichkeit geschaffen, um der Historie eines Fahrzeugs Rechnung zu tragen. Jeder Besitzer eines wenigstens 30 Jahre alten Fahrzeugs kann in den Genuss von Steuererleichterungen kommen und zahlt künftig einen pauschalen Kfz-Steuersatz von 191,73 Euro im Jahr. Außerdem dürfen Fahrzeuge, die ein H-Kennzeichen führen – H steht für historisch – Umweltzonen befahren.

Für Oldtimer mit H-Kennzeichen stellen die Umweltzonen in den Städten kein Problem dar, da diese von der Regelung ausgenommen sind. Historischen Fahrzeugen ist es erlaubt, sich auch innerhalb der Umweltzone zu bewegen, gemäß § 2 Nr. 22 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Deshalb sind für die historischen Fahrzeuge auch keine Umweltplaketten notwendig.

Bevor ein solches Fahrzeug aber das begehrte H-Kennzeichen führen darf, muss es begutachtet und als weitestgehend im Originalzustand erhalten klassifiziert werden. Dieses Gutachten kann eine gesetzlich zugelassene Institution wie der TÜV oder die Dekra ausstellen. Dabei wird festgestellt, ob sich das Fahrzeug im Originalzustand befindet, ob es ohne technische Mängel ist (TÜV) und ob es keine erkennbaren Unfallschäden aufweist.

So werden der Gesamtzustand, die technische Einsatzbereitschaft, die Optik, die Beschaffenheit und die Ausstattung untersucht. Umbauten oder Tuning-Maßnahmen werden anerkannt, wenn sie für das Fahrzeug typisch und zeitgenössisch sind. Das bedeutet, dass Ein- und Umbauten, die in den ersten zehn Jahren nach der Erstzulassung des Oldtimers durchgeführt worden sind, zulässig sind.

Erfüllt der Klassiker alle Kriterien, kann der Fahrzeughalter die notwendigen Schritte für die Ummeldung einleiten. Dafür sucht er die zuständige Zulassungsstelle auf und legt Fahrzeugschein und -brief sowie das Gutachten vor. (in)