Schwarzwald-Baar (in) Nicht selten ist der Gebrauch eines Handys oder eines Tabs ursächlich an einem Unfallgeschehen beteiligt oder gar der Auslöser. Großformatige Schilder an deutschen Autobahnen machen auf die Gefahren aufmerksam, und trotzdem kommt es immer wieder zu oft tödlich ausgehenden Unfällen. Immer häufiger ist das Thema Handy am Steuer auch Anlass für Verhandlungen vor bundesdeutschen Gerichten.

Ein Amtsgericht verurteilte jüngst einen Autofahrer, der im Vorbeifahren an einer Unfallstelle mit seinem Handy gefilmt hat, zu einer Geldbuße von 125 Euro. Ein Polizeibeamter, der eigens dafür abgestellt war, solche Vorgänge zu beobachten und die Täter zu registrieren, hatte den Gaffer angezeigt.

Nach der Entscheidung eines Oberlandesgerichts kann ein Fahrverbot ausgesprochen werden, wenn ein Autofahrer mehrfach beim Gebrauch eines Handys im Straßenverkehr erwischt wird. Ein jetzt verurteilter Autofahrer war bereits sieben Mal wegen eines ähnlichen Verstoßes erwischt und verurteilt worden. Eine Geldbuße von 80 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot waren die Folge.

Vorsicht auch beim Telefonieren auf dem Seitenstreifen einer Bundes- oder Landstraße. Lässt man den Motor weiterlaufen, so ist man weiter Teilnehmer des fließenden Verkehrs und handelt ordnungswidrig. Telefoniert man hingegen auf einem Parkplatz, darf man den Motor laufen lassen, urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Schon das Ablesen der Uhrzeit vom Handy oder Tab kann laut der Rechtsprechung durch ein Berliner Kammergericht sanktioniert werden, wenn das Gerät dazu in die Hand genommen wird. Dieses Urteil erging nach der Aussage eines Beschuldigten, dass dieser sein Handy lediglich wegen des Ablesens der Uhrzeit mehrere Sekunden vor sich gehalten hatte.

Selbst die erneute Stromversorgung des Handys aus einer Powerbank sah das Oberlandesgericht Hamm als einen Verstoß an, obwohl der Verurteilte das eigentliche Gespräch über die Freisprechanlage seines Fahrzeugs geführt hatte. Am Ende musste der Beschuldigte eine Geldbuße von 180 Euro bezahlen.