VS-Villingen – Wenn Generationen aufeinander treffen, kann das durchaus zu Verwirrungen führen. Zum Glück gibt es eine Sprache, die universell ist und Alt und Jung verbindet – die Musik. In der Benediktinerkirche trat nun zum ersten Mal das von der Musikakademie Villingen-Schwenningen ins Leben gerufene Kompetenzzentrum für Musik im dritten Lebensabschnitt auf. Mit Stücken aus der klassischen Musik erzählten 80 Musiker aus drei Generationen die Sage vom Mummelsee. Das Konzert konnte großes Interesse wecken, sodass die Publikumsplätze in der Kirche restlos besetzt waren.

An dem Konzert waren Senioren des Heilig-Geist-Spitals, Schüler der Klosterringschule in Villingen sowie Schüler der Musikschule am Franziskaner, das Villinger Zupforchester und die Musikakademie VS beteiligt. Geleitet wurde das Projekt von Gerhard Schempp. Zudem wurden die Lieder von Wilfrid Coenen begleitet, der zwischen den musikalischen Beiträgen kurze Textstellen aus einer familienfreundlichen Fassung der Sage des Sees vortrug und die Musikstücke so miteinander verknüpfte.

Die Sage erzählt von einer Nixe, die in einem Schloss auf dem Grund des Mummelsees lebt und sich in einen Bauernjungen verliebt. Beim gemeinsamen Tanz vergisst sie die Zeit und bemerkt nicht, dass die Sonne bereits untergegangen und sie zu spät in den See zurückkehren würde. Als Strafe wurde sie von den anderen Nixen getötet und der Bauer blieb allein zurück.

Dass es der erste große Auftritt des Musikprojekts war, war deutlich zu spüren. Denn das Konzert war nicht in allen Bereichen perfekt. Das lag aber in keinster Weise an dem Talent der Musiker, die, egal ob Jung oder Alt, überzeugen konnten. Vielmehr sorgten die teils langen Pausen zwischen den Stücken, während denen die Musiker ihre Plätze wechselten, besonders unter den jüngeren Zuschauern für Unruhe.

Hier rächte sich die gute Akustik des Kirchenraums, in dem jedes Umherrutschen auf den Bänken und Gähnen weit zu hören waren. Auch passte die Musikauswahl nicht immer ganz zu dem zuvor vorgetragenen Text. So wurde zum Beispiel eine hektische Szene, in der das Mädchen und der Bauernsohn zum See rennen, mit Lorelei von Friedrich Silcher, einem eher langsamen Lied, begleitet.

Diese kleineren Mängel wurden jedoch durch das musikalische Können der Akteure mehr als kompensiert. So wurde die Sage vom Mummelsee, und damit das Debüt des generationenübergreifenden Projekts, zum großen Erfolg, der vom Publikum mit ausgiebigem Applaus belohnt wurde.

Das Kompetenzzentrum

Das Anfang des Jahres 2016 von der Musikakademie Villingen-Schwenning-en gegründete Kompetenzzentrum für Musik im dritten Lebensabschnitt hat das Ziel, erfahrene Musiker und Schüler zusammenzubringen. Die Nachwuchsmusiker sollen von der Erfahrung der Senioren profitieren. Gleichzeitig sollen die Senioren die Möglichkeit bekommen, sich aktiv an kulturellen Angeboten beteiligen zu können. Die Idee dafür stammt von Gerhard Schempp, Leiter der Musikschule am Franziskaner. Ende April stellte sich das Kompetenzzentrum mit einem Aktionswochenende im Abt-Gaisser-Haus in Villingen der breiten Öffentlichkeit vor. (tol)